Ein paar Tage für die Ewigkeit. Griechenland klassisch und kompakt: Attika empfiehlt sich als ganzjährig attraktives Reiseziel für einen Kurzurlaub – und darüber hinaus.

Von Udo Sagl. Erstellt am 16. Oktober 2019 (04:37)

„Schauen Sie! Dort drüben hatte Sokrates seinen Lieblingsplatz. Und hier, da wo Sie jetzt stehen, wurde die Demokratie geboren. Denn genau hier hielten die ersten Volksvertreter der Geschichte ihre flammenden Reden. Ist das nicht großartig?“ Ja, die junge Fremdenführerin mit dem klingenden Namen Sissy Kalamari liebt die alten Griechen und deren Vermächtnis. Sie überschlägt sich bei ihren Ausführungen über das antike Athen förmlich vor Begeisterung. „Philosophie, Politik, Wissenschaft – hier wurden Werte für die Ewigkeit
geschaffen.“

Macht der Säulen und Statuen

Ewigkeit – ein Zauberwort, das in Hellas seit jeher viel und gleichzeitig vielerlei Bedeutung hat. So präsentiert sich etwa die prächtige Akropolis als ewige Baustelle mit ständig andauernden Renovierungsarbeiten. Der immense Aufwand lohnt sich. Von Jahr zu Jahr wird sie schöner, die viel gerühmte „Perle des Altertums“. Erhaben thront sie auf ihrem sanften Hügel. Wie eine heroische Macht aus Säulen und Statuen blickt die Akropolis auf ihre Stadt, die ihr zu Füßen liegt – und auf die sie stolz sein kann: Athen hat sich zuletzt regelrecht herausgemausert, ist sauberer und moderner geworden.

Mit dem großzügigen Ausbau der U-Bahn hat die sonnige Metropole als klassisches Städtereiseziel zusätzlich an Anziehungskraft gewonnen. Und das unmittelbare Umland – die äußerst attraktive Region Attika – zählt ganzjährig zu den beliebtesten Feriengebieten Griechenlands.

Nobelküste: Attische Riviera

Herrliche Sandstrände und felsige Buchten vor einer prächtigen Bergkulisse: Die Attische Riviera südlich von Athen vermittelt ein Urlaubsgefühl vom Allerfeinsten, ideal für kurzzeitige Zwischen- und Anschlussaufenthalte im Rahmen von abwechslungsreichen Kombinationsprogrammen unter dem topaktuellen Motto „Kultur & Badefreuden“. Wie wär’s mit einem verlängerten Wochenende? Innerhalb von nur knapp vier Tagen lernt man hier „Griechenland kompakt“ kennen – mit ewig schönen Erinnerungen.

Der absolute Geheimtipp für eine Kombination mit einem Athen-Trip liegt im äußersten Süden von Attika „versteckt“: Kythira, die noch ziemlich unbekannte und sehr ruhige Insel, die sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat.

Was für eine Idylle! Malerische Dörfer, kleine Fischersiedlungen. Einsame Buchten, herrliche Sandstrände. Und ganz viel Natur. Da kann man so richtig durchatmen.

Hauptort ist das verschlafene, auffallend gepflegte Städtchen Chora (Kythira-Stadt), das mit seiner mächtigen Festung auf einer Kuppe hoch über dem Küstenort Kapsali wie ein Postkartenmotiv anmutet.

Ebenfalls sehenswert: Avlemonas, eine im Kykladen-Stil erbaute Feriensiedlung in einer geschützten Bucht mit kristallklarem Wasser.

„Un altro mondo – eine andere Welt“, sagten einst die Venezianer, die Kythira als besonderes Fleckchen Erde schätzten.

Naturwunder einer anderen Welt

Die Besatzer ließen einen weiteren italienischen Begriff zurück: „Sempre viva“ („Immer am Leben“) nannten sie die gelbe Blume, die nie verwelkt, wenn man sie frühzeitig pflückt. Die Einheimischen schätzen die Pflanze – ganz im Sinne von Sokrates & Co. – als Symbol für die Ewigkeit, als Naturwunder.

Stichwort Natur: Im grünen Inselinneren ist die märchenhafte Gegend von Mylopotamos einen Ausflug wert. Nahe beim Dorf entspringt ein friedlich plätschernder Bach, an dessen Ufern mehrere Mühlen stehen. Hauptattraktion ist der Wasserfall Fonissa, der durch einen schmalen Pfad erschlossen ist. Überhaupt präsentiert sich ganz Kythira als Wanderparadies. Denn die 64 Dörfer sind durch uralte Fußwege miteinander verbunden.

Damit bieten sich für Gäste auch längere Aufenthalte an. Wanderführer Frank ist ein gutes Beispiel: Der Holländer kam vor 16 Jahren als Urlauber auf die Insel – und blieb für ewig...