Motorradtouren als Urlaubsalternative für Biker. Durch die Corona-Pandemie werden sich viele Österreich genau überlegen müssen, wo sie ihren Jahresurlaub verbringen. Inlandsreisen werden somit in diesem Jahr an Bedeutung gewinnen.

Von Redaktion noen.at und Redaktion bvz.at. Erstellt am 30. Mai 2020 (10:22)
ÖAMTC

Eine optimale Alternative für Motorradfahrer sind ausgedehnte Touren durch Österreich. Die Republik bietet zahlreiche landschaftlich reizvolle Ausflugsziele und Panoramastraßen, die sich für Motorradtouren verschiedenster Länge planen lassen.

Wichtig ist für Biker, sich im Vorfeld zu erkundigen, ob die jeweiligen Pass-, Höhen- oder Panoramastraßen wieder geöffnet sind. "Die Großglockner Hochalpenstraße beispielsweise wurde heuer aufgrund der Corona-Krise erst wieder mit 27. Mai für den Verkehr freigegeben – rund einen Monat später als gewohnt", informiert die ÖAMTC-Touristikerin Maria Renner.

Beim ÖAMTC Routenplaner kann bei der Streckenplanung das Motorrad als Verkehrsmittel angegeben werden. Dadurch wird die exakt benötigte Fahrzeit berechnet, wodurch sich Touren optimal planen lassen. "Zusätzlich sollte man sich schon vor der Abfahrt auf den Webseiten der Betreiber informieren, wie sich die Öffnungszeiten der Panoramastraßen derzeit gestalten." Der ÖAMTC Routenplaner ist hier verfügbar: www.oeamtc.at/routenplaner.

Tipps für ausgedehnte Motorradtouren

Die ÖAMTC Reise-Checkliste ist eine Online-Packliste, die sich dem jeweiligen Urlaub anpasst und „mitdenkt“. So unterstützt sie auch Biker bei den Vorbereitungen ihrer Tour, weist auf wichtige To Do's vor der Reise hin und weiß, was ins Gepäck gehört. Für besonders Eilige kann auch eine der fertigen Packlisten für Motorradtouren genutzt werden. Diese sind unter www.oeamtc.at/reisecheckliste abrufbar. Für landschaftlich besonders reizvolle Gegenden in Österreich und Europa bietet der Mobilitätsclub seinen Mitgliedern spezielles Kartenmaterial für Motorradtouren, die gratis an ausgewählten Stützpunkten erhältlich sind.

Hier die Experten-Tipps, worauf bei Motorradtouren in Österreich zu achten ist:

  • Anders als bei Reisen ins europäische Ausland, gilt bei Motorradtouren in Österreich eine gesetzliche Mitführpflicht für ausschließlich Verbandszeug. "Ich empfehle jedoch auch Warnweste, Warndreieck und ein Ersatzlampenset auf die Reise mitzunehmen", gibt Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik, Georg Scheiblauer, zu denken.
  • Motorradfahrer müssen in der Lage sein, entsprechende Spuren auf der Fahrbahn richtig einzuschätzen. "Dunkle Flecken in Kurven können gefährliche Dieselspuren sein. Wer in dem Falle nicht richtig reagiert, riskiert einen fatalen Sturz."
  • Größte Unfallgefahr in Kurven: Im Ortsgebiet sind an Motorradunfällen meistens auch andere Verkehrsteilnehmer beteiligt. Ganz anders im Freiland – dort verunfallt jeder zweite Biker ohne Fremdeinwirkung. Vor allem in Kurven stürzen sie sehr häufig. "Für Motorradfahrer gibt es zwei Typen von gefährlichen Situationen – die einen können sie beeinflussen, die anderen nicht. Beeinflussen können sie beispielsweise die Wahl der Kurvengeschwindigkeit, daher ist es wichtig, vorausschauend zu fahren und die korrekte Fahrtechnik anzuwenden", erklärt der Profi.
  • Auch bei Hitze gilt: Ohne entsprechende Schutzmaßnahmen sollte nicht gefahren werden. Funktionalität und Schutz ist kein Widerspruch. Neben Motorradjacken und -hosen aus Leder gibt es luftige Motorradbekleidung in vielen Varianten zu kaufen. Wichtig ist, Bekleidung aus Material zu wählen, die entsprechend reiß- und abriebfest ist und über Protektoren verfügt. Diese schützen im Falle eines Sturzes exponierte Körperstellen wie Schultern, Ellenbogen und Knie. Besonders sinnvoll für Motorradfahrer sind zusätzliche Schutzprotektoren für den Rücken. Außerdem gibt es spezielle Airbag-Jacken zu kaufen, die Unfallfolgen noch deutlicher reduzieren können", erklärt Experte Scheiblauer, und fügt hinzu: "Zur Schutzausrüstung gehört auch das geeignete Schuhwerk sowie Motorradhandschuhe. Dabei ist es wichtig, Schuhe zu wählen, die mindestens knöchelhoch sind. Optimal sind Stiefel."

"Ich empfehle jedem Motorradfahrer, vor einer Tour ein umfangreiches Motorradtraining in einem der acht ÖAMTC Fahrtechnikzentren zu absolvieren. Im Zuge dessen erhält man ganz nebenbei wertvolle Tipps von erfahrenen Instruktoren, was die Tourenplanung, das Gepäck oder auch das Fahren mit Beifahrer betrifft“, so der Motorrad-Chefinstruktor. "Außerdem perfektioniert man im Training das optimale Handling des Bikes. Egal ob Kurven-, Blick- oder Bremstechnik – jeder Teilnehmer gewinnt fahrerische Sicherheit – die Voraussetzung für eine sichere Bike-Tour." Die Tipps der Bike-Profis kommen sowohl Fahranfängern, Wiedereinsteigern als auch geübten Motorradfahrern zu Gute. Infos zu den ÖAMTC-Fahrtechniktrainings sowie Buchungsmöglichkeiten gibt es online unter www.oeamtc.at/fahrtechnik oder telefonisch unter (02253) 81700 - 32100.