Darauf sollten mobilitätseingeschränkte Reisende achten. Ob an der Raststätte, im Hotel oder beim Parken – Reisen kann für mobilitätseingeschränkte Personen manchmal eine Herausforderung sein.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 14. Juli 2019 (04:34)
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Denn "barrierefrei" hat im europäischen Ausland oftmals unterschiedliche Bedeutungen. "Die Reise sollte bis ins kleinste Detail geplant werden – so erspart man sich Unannehmlichkeiten, Ärger oder mitunter Strafen", sagt Barbara Reiter, ÖAMTC-Expertin für barrierefreies Reisen. Seit vielen Jahren berät sie Clubmitglieder mit körperlicher Behinderung und kennt mögliche Hürden. Ihre Tipps im Überblick:

Routenplanung: Um schon bei der Anreise für alles gewappnet zu sein, sollte man die Route genau kennen. Der ÖAMTC Routenplaner informiert über Staus, liefert aktuelle Verkehrsmeldungen und zeigt an, welche Raststätten barrierefrei sind. Vor Ort hilft der Routenplaner des Mobilitätsclubs mit Angaben zu Fahrverbots-, Umwelt- und City-Maut-Zonen. Infos unter www.oeamtc.at/routenplaner.

Maut & Vignette: "Bezüglich Maut bekomme ich häufig die Frage gestellt, ob es im Ausland eine Gratis-Vignette für Personen mit Mobilitätseinschränkung gibt. Doch leider nein – für Touristen sieht das kaum ein Land vor", berichtet die Expertin.

Fahrverbote & Umweltzonen: Zahlreiche Innenstädte Europas haben Fahrverbote und Umweltzonen eingerichtet. Für mobilitätseingeschränkte Personen gelten häufig Ausnahmeregelungen. So können Inhaber eines Parkausweises für Menschen mit Behinderungen die in Italien üblichen "ZTL" (Zona traffico limitato) befahren – sofern sie die Nummer des Parkausweises und das Kfz-Kennzeichen vorher in eine White List eintragen lassen, z.B. über die örtliche Polizei oder das gebuchte Hotel.

Euro-Key: Barrierefreie öffentliche Toiletten, Treppenlifte, Aufzüge, Schrankenanlagen und Garderoben sind europaweit mit dem "Euro-Key-Schließsystem" ausgestattet – damit haben nur berechtigte Personen Zutritt. Der Euro-Key kann kostenlos beim Österreichischen Behindertenrat angefordert werden.

Hotelcheck: "Zu hoch angebrachte Spiegel, nicht erreichbare Lichtschalter oder gar mehrere Stufen zum Aufzug – kuriose Vorfälle passieren meist, wenn man der Überzeugung des Hotels, barrierefrei zu sein, ungeprüft Glauben schenkt", weiß ÖAMTC-Expertin Reiter. Der Mobilitätsclub bietet online eine Hotelcheckliste, die man im Vorfeld von der Unterkunft ausfüllen lassen kann. Hilfreich ist es auch, sich vorab Bilder des angefragten Zimmers senden zu lassen.

Parken im Ausland: "Vor der Reise sollte man sich mit den geltenden Parkbestimmungen des jeweiligen Landes vertraut machen, denn auch innerhalb Europas gelten unterschiedliche Regeln", empfiehlt Reiter. enerell ist zu beachten: Die Parkerleichterungen dürfen nur in Anspruch genommen werden, wenn der Parkausweis gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe liegt", so die Expertin.

Viele Städte im In- und Ausland haben eigene Webseiten für mobilitätseingeschränkte Touristen. Neben Standorten von Behindertenparkplätzen oder behindertengerechten Toiletten sind Tipps zur einfachen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs oder zu speziellen Stadtführungen für mobilitätseingeschränkte Besucher abrufbar.