Hinaus! Die Sonne lockt. Der Mensch braucht Licht. Nicht zu viel. Aber auch nicht zu wenig. Für Wohlbefinden und Gesundheit. Wozu der Winter oft nicht sehr motiviert, schafft aber der nahende Frühling: Den Wunsch, wieder mehr hinauszugehen.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 20. Februar 2019 (01:50)
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Der Frühling naht. Die dunkle Jahreszeit zieht sich langsam zurück. Und den Menschen zieht es nach draußen.

Im Haus zu bleiben, kann seine Vorzüge haben. Gerade im Winter, wenn es draußen kalt und unwirtlich ist. Doch eines fehlt dort: das Sonnenlicht.

Und das kann Folgen haben. Insbesondere auch bei Kindern, die viel mit Smartphones und Tablets spielen. Oft nur weniger als 30 Zentimeter von den Augen entfernt. „Stubenhocker haben ein höheres Risiko, kurzsichtig zu werden“, erläutert Peter Gorka, Augenarzt in St. Pölten und Fachgruppenvorsitzender Augenheilkunde und Optometrie der NÖ Ärztekammer.

„Die Kurzsichtigkeit nimmt epidemieartig zu.“ Allerdings normalisiere das helle Tageslicht das Augenwachstum. „Deshalb empfehlen Augenärzte Kindern, durchschnittlich zwei Stunden pro Tag unter freiem Himmel zu verbringen.“ Also, hinaus in die Welt, wo man das Licht genießen und auch einmal in die Ferne blicken kann.

"Gewisse Lichtmenge kann man tanken"

Falls das unter der Woche schwierig wird, etwa wegen langer Schultage oder verschiedenen Freizeitaktivitäten, dann kann man eine gewisse Lichtmenge auch tanken. Dass das geht, habe eine Studie aus Taiwan, gezeigt. In asiatischen Städten ist Kurzsichtigkeit stark ausgeprägt. Durch mehr Zeit draußen, zum Beispiel am Wochenende, lässt sich das Minus an Licht dazwischen aber ein wenig ausgleichen. Um Schäden durch die Sonne zu vermeiden, muss man aber selbst dann es ja nicht übertreiben.

Gorka rät zudem, dass Kinder nicht übermäßig viel Sonnenbrillen tragen sollten. Damit genug natürliches Licht das Auge erreichen kann. Ausnahme sind Aufenthalte am Meer, im Schnee usw. Ansonsten aber reicht oft der Schatten unter dem Sonnenschirm oder eines Baumes.

Anders sieht das bei Erwachsenen aus. Sie sollten Gorka zufolge Sonnenbrillen tragen. Auch um das Risiko der Makuladegeneration zu reduzieren. Aufgrund dieser chronischen Netzhauterkrankung empfiehlt Gorka übrigens auch jedem ab 50 Jahren, eine regelmäßige Kontrolle des Augenhintergrunds beim Augenarzt machen zu lassen. Mithilfe von Vitaminen können bei Problemen diesbezüglich weitere Schäden verhindert werden.

Sonnenlicht fürs Wohlbefinden

Die Sonne aber ist nicht nur wichtig für eine gute Entwicklung der Augen bei Kindern. „Die Sonne gibt uns Licht, spendet Wärme und Wohlbefinden“, informiert die Aktion „Sonne ohne Reue“ der Österreichischen Krebshilfe und der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie. Licht fördere die Bildung von Vitamin D, das für den Aufbau und den Erhalt des Knochens notwendig ist. „Unser Körper benötigt dafür nur ganz wenig Sonne, um den erforderlichen Bedarf zu bilden: ein Spaziergang pro Woche oder vier Minuten am Tag würden dafür alleine schon reichen.“ Und übrigens: „Die Vitamin D-Bildung funktioniert auch bei bedecktem Himmel.“

Sonne kann aber auch schaden. „Studien konnten einen Zusammenhang zwischen den Sonnenbränden in der Kindheit, der Anzahl von Muttermalen und dem Auftreten von Melanomen zeigen“, verrät sonneohnereue.at. Gerade Kinder sind besonders gefährdet, einen Sonnenbrand zu bekommen. Ihre Haut ist „noch sehr dünn und hat noch kein ausgeprägtes Reparatursystem zum Sonnenschutz ausgebildet“.

Daher sollten Babys und Kleinkinder unter einem Jahr generell nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Für sie gilt: Kleidung tragen und im Schatten aufhalten!

Insbesondere bei Kindern sollte zudem auf Kopfbedeckung (Tuch, Kapperl, Hut), Nackenschutz, weitere Kleidung aus UV-undurchlässigem Material, Schuhe mit Schutz des Fußrückens sowie ein für Kinder geeignetes Sonnenschutzmittel geachtet werden.

Übrigens liegt es auch am Hauttyp, wie hoch das Risiko ist. „Hautkrebs kommt wesentlich häufiger bei Menschen mit heller Haut, hellen Haaren, hellen Augen und Sommersprossen als bei brünetten oder dunkel-haarigen, braun-häutigen Menschen vor.“

Zu beachten sind Schatten, Sonnenschutz & Co. übrigens nicht erst im Sommer oder im Urlaub. Die UV-Belastung ist außerdem rund um die Mittagszeit, in Ländern südlich von Österreich und mit zunehmender Seehöhe höher. Und: im Frühling. „In den Monaten Mai, Juni und Juli, wenn der Einfallswinkel der Sonne am größten ist, erreicht auch die UV-Strahlung ihre höchsten Werte“, ist auf www.bmnt.gv.at zu erfahren.