Wem Virologen jetzt den vierten Stich empfehlen

Erstellt am 16. August 2022 | 11:50
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Einige Landsleute haben sich bereits den vierten Stich geholt.
Foto: Shutterstock/InstaPhotos
76.223 Landsleute haben sich bereits den zweiten Corona-Booster geholt. Im Vergleich zum ersten Booster ist der Andrang aber gering.

Knappe fünf Prozent der NÖ-Bevölkerung, nämlich 76.223 Personen, haben bisher die zweite Auffrischungsimpfung erhalten. In den neun Landesimpfzentren sowie Impfbussen und hunderten Ordinationen, in denen geimpft wird, ist der Zulauf zurzeit aber mäßig. Zumindest wenn man den Andrang mit jenem beim dritten Stich Anfang 2022 vergleicht.

Von den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern, die sich bereits vier Mal impfen ließen, sind 5.362 Personen jünger als 60 Jahre. Sie haben sich somit ohne Empfehlung für den zweiten Booster entschieden. Empfohlen wird der laut dem Nationalen Impfgremium (NIG) zurzeit nämlich nur für Menschen ab 60 Jahren und Risikopersonen. Ab 12 Jahren kann man sich den vierten Stich jedoch auch auf persönlichen Wunsch holen. Möglich ist das vier Monate nach der Drittimpfung.

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Norbert Nowotny
Foto: privat

Die Erfahrungen mit der vierten Impfung seien ähnlich wie bei den vorangegangenen, sagt Virologe Norbert Nowotny. „Personen, die die Impfungen gut vertragen haben, vertragen auch die vierte Impfung in der Regel gut.“

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Christina Nicolodi
Foto: privat

Dass es keine allgemeine Empfehlung für Unter-60-Jährige gibt, begrüßt Nowotny genau wie die Laxenburger Virologin Christina Nicolodi. „Für Erwachsene ohne Vorerkrankungen macht es Sinn, auf den angepassten Impfstoff zu warten“, begründet Nicolodi. Zurzeit wird daran gearbeitet. Im Herbst sollen die neuen Impfstoffe zur Verfügung stehen, blicken die Experten voraus.

Ob es dann eine jährliche Auffrischung geben wird, ist noch nicht klar. „Es ist noch nicht abschätzbar, wie sich das Virus entwickelt“, sagt Nicolodi. Wenn nicht jährlich neue Varianten kommen, hält sie Auffrischungen alle zwei bis drei Jahre für realistisch.