Zeit des Fastens. Keine Süßigkeiten, kein Alkohol, kein Fleisch, vielleicht auch kein Auto. Dafür aber umso mehr Zeit für sich. Es gibt viele Möglichkeiten, die Wochen bis Ostern zu gestalten und auf das eine oder andere zu verzichten. Oft ein Thema ist Abnehmen.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 06. März 2019 (03:15)
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Der Beginn der Fastenzeit kann Impuls dafür sein, über einen gesunden Lebensstil nachzudenken. Vielleicht, um abzunehmen. Immer beliebter wird dabei etwa das Intervallfasten, bei dem abwechselnd gefastet und gegessen wird.

Wie die Fastenzeit 2019 in den NÖ Bezirken verlief, lest ihr hier!

Fast jeder zweite Erwachsene in Österreich ist übergewichtig oder fettleibig, verrät Medizin transparent, ein Projekt von Cochrane Österreich an der Donau-Uni Krems. Unterm Wintermantel gut verdeckt, kommen die vielen Pölsterchen im Frühling aber wieder zum Vorschein.

Was dann? „Viele Diäten erscheinen erfolgreich, weil sie anfangs eine Gewichtsreduktion bewirken. Allerdings kann das erreichte Ziel oft nicht langfristig gehalten werden“, heißt es auf www.medizin-transparent.at. Statt dessen helfen eine konsequente Ernährungsumstellung, Bewegung und Verhaltensänderungen. Und vielleicht Intervallfasten. Dabei wird – je nach Variante – stundenweise oder tagelang gefastet, danach wieder normal gegessen, dann wieder gefastet … „Intervallfasten ist wahrscheinlich wirksam, um bei übergewichtigen und fettleibigen Erwachsenen das Körpergewicht zu reduzieren“, so das Team von Medizin transparent. Vielleicht fällt es manchen sogar leichter als dauerhaftes Kalorienreduzieren, das ständige Einschränkungen mit sich bringt. Wie gut Intervallfasten langfristig ist, sei aber noch zu wenig erforscht.

"Um von Autophagie zu profitieren, sollte 16 Stunden auf Nahrung verzichtet werden"

Wesentlich bei allen Formen des Fastens ist Autophagie. Wenn Menschen mindestens zwölf Stunden keine Nahrung zu sich nehmen, dann reagiert der Körper auf den Mangel an Nährstoffen und recycelt sich auf Zellebene quasi selbst. VKI-Ernährungswissenschaftlerin Birgit Beck: „Wenn dieser Prozess angelaufen ist, dauert es aber noch etwas, bis er voll auf Touren kommt. Um von der Autophagie zu profitieren, sollte zumindest 16 Stunden auf Nahrung verzichtet werden.“ Vor dem Fasten sei es ratsam, betont sie, seinen Gesundheitsstatus ärztlich abklären zu lassen. Nicht fasten dürfen Kinder, Schwangere, Stillende und Menschen mit Essstörungen. Mehr zum Intervallfasten bietet übrigens die März-Ausgabe des Konsument.

Wichtig beim Abnehmen ist auch die Psyche. „Für die meisten Menschen mit erheblichem Übergewicht“, schreibt Renate Wochner-Bauer in „Die Abnehm-Docs“ (Kneipp Verlag), „hat die Nahrungsaufnahme eine wichtige Aufgabe: Sie tröstet, beruhigt, entspannt, betäubt, schirmt vor Schmerzen ab …“ Statt Wut und Schmerz mit Essen zu beantworten, „wäre es viel hilfreicher, Gefühle wahrzunehmen, auszuhalten und adäquat mit ihnen umzugehen“, so die Psychotherapeutin im Adipositaszentrum am Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien mit Praxis in Neulengbach. Man kann positive Gefühle aber auch nutzen. „Spaß im Leben, Verliebtsein, aber auch die vielen, kleinen Dinge in unserem Alltag, die Freude machen, sind Feinde von Sucht und Übergewicht.“ Richtet man den Fokus auf die schönen Dinge, macht das froh und schlank. Wieso also nicht ein Freudetagebuch führen?

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