Vorsicht vor Sextortion und Microsoft-Betrug. Vorsicht! Keine erotischen Aufnahmen von sich versenden. Auch hinter PC-Wartungs- angeboten können oftmals Betrüger stecken.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 08. Februar 2019 (13:42)
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Immer mehr Senioren haben einen PC oder ein Tablet. Vorsicht ist jedoch vor IT-Betrügern geboten.

Immer mehr Senioren bewegen sich im Internet, immer mehr gehen dabei IT-Betrügern auf den Leim, insbesondere wenn das Gegenüber jung und hübsch ist und dann noch Interesse am Chatpartner zeigt.

„Die Männer sind oftmals sehr überzeugt von sich selbst, noch in der Damenwelt gut anzukommen“, gibt IT-Beamter Thomas Haider zu bedenken. Die Gesprächsbasis wird dann rasch intimer, irgendwann überredet die Angebetete den Mann, die Webcam einzuschalten und an sich selbst sexuelle Handlungen vorzunehmen. Das machen auch einige.

„Die Männer sind oftmals sehr überzeugt von sich selbst, noch in der Damenwelt gut anzukommen.“ Thomas Haider, IT-Beamter

Doch die erotische Stimmung wird jäh unterbrochen, wenn plötzlich, manchmal auch über die eigene, gehackte E-Mail-Adresse, mit der Veröffentlichung oder Weitergabe dieser intimen Bild- und Videodateien an Angehörige, Vorgesetzte oder Freunde in sozialen Netzwerken gedroht wird. Nur durch Überweisen eines Geldbetrags, manchmal via Bitcoins, könne, so die Forderung der IT-Betrüger, die Peinlichkeit abgewendet werden: Sextortion nennt sich diese Betrugsform.

Im Bezirk Lilienfeld sind so einem Mann 50.000 Euro Schaden entstanden. Er hat aus Scham über mehrere Jahre hinweg monatlich Geld überwiesen. Ein weiterer Mann hat 10.000 Euro verloren.

Noch eine andere Betrugsmasche macht derzeit vor Senioren nicht Halt. „Es geben sich Anrufer als Mitarbeiter von Microsoft aus und geben vor, dass sie ein Problem am PC beheben müssen“, informiert der IT-Beamte. Man müsse über Anweisung via Telefon nur ein kleines Programm installieren. Manchmal wird gedroht, dass der Anwender seine Betriebssystem-Lizenz verliert oder sonstige Probleme auftreten, wenn er dieses nicht installiert. Ist das erledigt, verlangen die Anrufer für ihren „Service“ eine Überweisung.

Über die Fernwartungssoftware, die man gerade selbst installiert hat, können die IT-Kriminellen Vorgänge am Computer, wie die soeben getätigte Online-Überweisung, sehen und dann selbst Überweisungen durchführen.