Wie läuft die Pflege-Ausbildung ab?. Wie kann man Pflege studieren, wenn nicht einheitlich gehandelt bzw. studiert wird? Die Antwort gibt Bettina Koller-Resetarics, Leiterin Fakultät Gesundheit, FH Wr. Neustadt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 02. Juni 2020 (16:48)
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Die Berufsausbildung zu einem Beruf in der Pflege ist österreichweit gesetzlich geregelt und die Ausbildungen werden auf Grundlage ihrer Ausbildungsverordnungen durchgeführt. Hier ist die Berufsgruppe des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege (Bachelorstudium), die Pflegefachassistenz (zweijährige Ausbildung) und die Pflegeassistenz (einjährige Ausbildung) zu nennen. Auch wurden Ausbildungsmodelle (fünfjähriges BHS-Modell) entwickelt, die eine Kombination von Matura und einem Pflegeassistenzberuf ermöglichen. Das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz regelt Berufsbild und Tätigkeitsbereiche. Dazu gibt es eine Reihe von Spezialisierungsmöglichkeiten für Pflegepersonen.

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Anhand der Qualifikation der Pflegenden erfolgt der Einsatz in der Praxis. Die Anforderungen in der Akut-Langzeitpflege oder häuslichen Versorgung sind divers und somit auch kaum durch einheitliche Personalbedarfsberechnungen zufriedenstellend zu lösen. (eine Kinderintensivstation hat andere Anforderungen an ihr Pflegepersonal wie eine Abteilung für tagesklinische Eingriffe oder ein mobiles Palliativteam).

Ebenso hängt eine Personalbedarfsplanung sehr stark von der Pflegebedürftigkeit der Patienten im jeweiligen Setting ab. Es gibt eine Vielzahl von Beurteilungsinstrumenten zur Erfassung der Pflegebedürftigkeit und dem daraus abgeleiteten Pflegebedarf. Für den Akutbereich findet in Österreich sehr häufig die Pflege-Personalregelung (PPR) Anwendung (andere Instrumente wären z. Bsp.: das Patient Care Needs Assessment oder das Perroca Patient classification System, Nursing Minimum Data Set….). Ebenso braucht es für den Langzeitpflegebereich und den Bereich der häuslichen Versorgung die Entscheidung für ein passendes Instrument, um daraus den Personalbedarf abzuleiten. Aufgrund der unterschiedlichen Qualifizierung der professionell Pflegenden ist bei deren Einsatz besonderes Augenmerk auf die die Fachexpertise der Pflegenden zu richten.