Alles rund ums Osterei. Besonders um die Osterzeit richtet sich die Aufmerksamkeit von Konsumenten auf die Lebensmittelindustrie.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 19. April 2019 (08:16)
APA (dpa)
Symbolbild

Was Konsumentinnen und Konsumenten über den Einsatz von Eiern in Lebensmitteln wissen müssen:

  • 40 % der gesamten Eier-Menge in Österreich gehen in die Gastronomie, 30 % in Form von frischen Eiern in den Lebensmitteleinzelhandel, 25 % in verarbeitete Lebensmittel und 5 % werden als Oster- und Jauseneier vermarktet.
  • Österreich kann sich mit Eiern regelmäßig nicht selbst versorgen. Daher müssen Eier sowohl für den Frischmarkt als auch für die Weiterverarbeitung und für die Gastronomie tagtäglich zusätzlich importiert werden. Derzeit sind das pro Jahr rund 450 Millionen Stück, die laut Statistik Austria 2018 zu 99,97 % aus der EU und nicht aus der Ukraine importiert wurden. Die Behauptung, Österreich importiere täglich 1,8 Millionen Käfigeier aus der Ukraine, ist nicht korrekt.
  • Laut Versorgungsbilanz der Statistik Austria exportiert die österreichische Landwirtschaft täglich rund 176.000 Stück frische Hühnereier, die dann am Inlandsmarkt zB für die Weiterverarbeiter fehlen.
  • Verarbeitete Eier, also Eigelb und Eipulver, wurden 2018 laut Statistik Austria ebenfalls zu 97,9 % aus der EU importiert. Bei diesen Produkten gibt es eine positive Außenhandelsbilanz in Höhe von fast 6.000 Tonnen. Das bedeutet: Österreich exportiert mehr Eiprodukte als es importiert.
  • Lebensmittelkennzeichnung ist europäisches Recht, das gilt auch für die Angabe der Herkunft von Lebensmitteln wie Eier. Diese wird laufend erweitert. Ab 1. April 2020 ist die Herkunft der Primärzutat anzugeben, wenn diese von der deklarierten Herkunft des Lebensmittels abweicht. Das gilt auch für Eier in verarbeiteten Lebensmitteln. Darüber hinaus informiert bereits jetzt eine große Anzahl an Lebensmittelunternehmen freiwillig über Haltungsform und Herkunft der eingesetzten Eier in den Produkten. Dazu werden bei verarbeiteten Lebensmitteln das Etikett, die Website oder Verbraucherhotlines genutzt. 

Keine Wettbewerbsnachteile für den Standort Österreich zulassen

Im nationalen Alleingang eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft oder Haltungsform von Eiern in verarbeiteten Lebensmitteln zu fordern, ist wenig durchdacht und für den Produktionsstandort Österreich nicht zielführend. Eine zwingende Angabe der Herkunft oder Haltungsform von Eiern in verarbeiteten und verpackten Lebensmitteln würde umfangreiche Dokumentationen und Trennung der Warenströme und Eigenschaften der Eier von der Beschaffung, über die Lagerung und Verarbeitung bis hin zur Etikettierung und Auslieferung der Fertigprodukte bedeuten. Diesen außerordentlichen Kostenaufwand hätte die österreichische Lebensmittelindustrie aufgrund ihrer spezifischen Stellung am Heimmarkt und ihrer Rolle im internationalen Wettbewerb freilich gänzlich alleine zu schultern.

Ein nationaler Alleingang Österreichs würde weiters den heimischen Agrar- und Produktionsstandort in seiner Wettbewerbsfähigkeit deutlich schwächen. Nur einheitliche Vorgaben auf EU-Ebene schaffen faire Spielregeln für sämtliche Mitbewerber und Anbieter und verhindern Wettbewerbsnachteile für die heimische Lebensmittelindustrie. Unsere Lebensmittel sind in über 180 Ländern der Welt geschätzte Österreich-Botschafter für Qualität, Sicherheit und Genuss und sichern viele heimische Arbeitsplätze und das soll im europäischen Gleichklang künftig auch so bleiben.

Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Österreich

Die Lebensmittelindustrie ist eine der größten Branchen Österreichs. Sie sichert im Interesse der Konsumenten tagtäglich die Versorgung mit sicheren, qualitativen und leistbaren Lebensmitteln. Die rund 200 Unternehmen mit ihren 26.000 Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr 2018 ein Produktionsvolumen von 8,5 Mrd. € - 6,6 Mrd. € davon im Export in über 180 Länder. Der Fachverband unterstützt seine Mitglieder durch Information, Beratung und internationale Vernetzung.