Niederösterreich

Erstellt am 14. Januar 2019, 15:32

von Melanie Baumgartner

Lebensmittelcheck mit ernüchterndem Ergebnis. Bereits zum zweiten Mal hat die NÖ Landwirtschaftskammer den Lebensmittel-Check durchgeführt. Der Schwerpunkt lag dieses Mal auf der Herkunftsdeklaration von Blätter- und Mürbteigen. Das Ergebnis ist allerdings ernüchternd: Bei insgesamt 32 überprüften Fertigteigen ist bei keinem einzigen die regionale Herkunft der verarbeiteten Produkte ersichtlich.

Franz Raab, Kammerdirektor der LK NÖ, Johannes Schmuckenschlager, Präsident der LK NÖ und Irene Neumann-Hartberger, Präsidentin der Bäuerinnen NÖ haben die ernüchternden Ergebnisse des Lebensmittelchecks vorgestellt.  |  Melanie Baumgartner

„Regionalität liegt im Trend. Die Supermärkte werben mit Fahnen in rot-weiß-rot und wissen diesen Trend klar für sich zu nutzen. Bei den Fertigteigen war aber bei keinem einzigen angeführt, woher die Rohstoffe tatsächlich stammen. Eine umfassende Herkunftsdeklaration bei verarbeiteten Produkten ist wichtig, um Sicherheit und Transparenz für die Konsumentinnen und Konsumenten zu schaffen und die Verwendung von hochqualitativen heimischen Produkten sichtbar zu machen“, erklärt Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ.

Schmuckenschlager fordert zudem, dass von Seiten der Hersteller, der Lebensmittelketten, aber auch der Bundesregierung mehr getan wird. „Die transparente Herkunftskennzeichnung muss gesetzlich verankert werden und es muss auf eine verstärkte Herkunftsüberprüfung gedrängt werden“, so Schmuckenschlager.

NÖ Qualitätsprodukte in Fertigteigen nicht enthalten

Dem stimmt auch Irene Neumann-Hartberger, Präsidentin der Bäuerinnen NÖ, zu. „Unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren nach höchsten Qualitätsstandards Getreide, Eier, Zucker und Milch, von all dem können unsere österreichischen Konsumenten nichts in ihren Mehlspeisen finden, wenn sie auf Fertigteige zurückgreifen.“

Besonders auffällig ist zudem die hohe Anzahl an Siegel und Logos, die 28 der 32 überprüften Fertigteigverpackungen zieren. Über die Herkunft sagen diese jedoch wenig bis gar nichts aus. Ob und inwieweit sich die Konsumenten dadurch beeinflussen lassen, ist allerdings nicht bekannt.  

Herkunftsland bei über 50 Prozent der Produkte nicht bekannt

Insgesamt wurden 30 Weizenmehl- und zwei Dinkelteige überprüft. Bei lediglich 40 Prozent der Fertigteige ist das Herkunftsland deklariert. Bei nur einem Produzenten war ersichtlich, dass das Mehl aus Österreich stammt. In 80 Prozent der Teige ist Zucker enthalten, jedoch von keinem einzigen ist das Herkunftsland bekannt. Sechs der getesteten Produkte enthalten Volleipulver. Einmal wurde darauf hingewiesen, dass dieses aus Österreich stammt, zumindest dreimal wurde deklariert, dass die Eier aus Bodenhaltung kommen. 

In 91 Prozent der getesteten Fertigteige ist Palmöl enthalten. Unter allen überprüften Produkten war lediglich ein Bio-Produkt, das jedoch auch Palmfett als Rohstoff aufweist. "Würde man hier wirklich auf österreichische Herkunft achten und sie nicht nur suggerieren, dann würde man erst gar nicht auf eine solch umstrittene Zutat greifen“, so Schmuckenschlager und Neumann-Hartberger.