Neues Informationszentrum für Pflegekräfte. Seit über zehn Jahren gibt es von Cochrane Österreich mit Sitz in Krems ein Informationszentrum für Ärzte. Seit heute gibt es auch eines für Pflegekräfte.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 14. Oktober 2019 (13:36)
NLK/Pfeiffer
Martin Fangmeyer, Leiter des Informationszentrums für Pflege, Anna Glechner, Leiterin des Informationszentrums für Ärzte, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Landesrat Martin Eichtinger präsentierten das neue Informationszentrum für Pflege.

Wie oft muss man einen Patienten umlagern, damit er nicht wund liegt? Macht es einen Unterschied, ob man nach einer Endoprothesen-Implantation Anti-Thrombosenstrümpfe trägt oder nicht?

Fragen wie diese stellen sich im Pflegealltag immer wieder. Um gute Entscheidungen treffen zu können, ist es oft wichtig, den aktuellen Stand der Wissenschaft zum jeweiligen Problem zu kennen. Weltweit jedoch gibt es pro Jahr über 250.000 Studien rund um Pflege, schätzt Martin Fangmeyer,  Leiter des  Evidenzbasierten Informationszentrums für Pflegende von Cochrane Österreich. Sich hier durch zu ackern ist im normalen Alltag für Pflegekräfte kaum möglich. „Das Pflegepersonal braucht immer wieder Beratung und hochqualitative Unterstützung“, so Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

Daher gibt es jetzt das neue Informationszentrum für Pflegende. Das Ziel: „Wir wollen die Versorgungssicherheit verbessern und die Patientensicherheit erhöhen“, so Landesrat und NÖGUS-Vorsitzender Martin Eichtinger. Daher fördert das Land NÖ das in Österreich einzigartige Projekt mit 120.000 Euro.

So wie das Informationszentrum für Ärzte, das  bereits seit über zehn Jahren Anfragen für Ärzte beantwortet, arbeitet es nach den weltweiten Cochrane-Vorgaben, einem Netzwerk von Wissenschaftlern, die sich für unabhängige Informationen einsetzen. Wie das Zentrum für Ärzte ist auch das für Pflegende am Department für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der Donau-Universität Krems angesiedelt.

Nach einem Pilotprojekt vom NÖGUS, das von der Karl Landsteiner Privatuni an den Kliniken St. Pölten, Hochegg und Waidhofen an der Ybbs durchgeführt wurde, steht der Service nun allen über 10.000 Pflegeden der Kliniken zur Verfügung. Sie können konkrete Anfragen stellen.

„Wir nehmen die Fragen auf, recherchieren Studien, bewerten diese kritisch und formulieren eine praxisbezogene, sprachlich-klare Antwort“, erläutert Fangmeyer. Die Antworten gibt es dann zusammengefasst online - als Rapid Reviews. Ähnlich wie die für Ärzte, von denen es, laut Anna Glechner, die Leiterin des Informationszentrums für Ärzte, bereits rund 200 gibt.

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