"Fake-Polizei" trickt am Telefon mit Unfällen. Wenn ein naher Angehöriger einen Totalschaden, sogar mit Verletzten, verursacht haben soll, kann das ein Fake falscher Polizisten sein.

Von Gila Wohlmann. Update am 21. Februar 2019 (06:28)
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Das Telefon läutet. Die Polizei ist an der Leitung. Die erschreckende Meldung. „Ihr Kind hatte einen Unfall!“

Nachrichten wie diese erschüttern jeden Vater oder Mutter. Dann tritt der Schutzinstinkt eines jeden Elternteils ein und man will, ja man muss helfen, denn die eigene Tochter oder Sohn sind in Bedrängnis. Der Polizist führt nun weiter aus, dass der Angehörige in einen hochpreisigen Wagen, nicht selten einen Porsche, hineingefahren sei und dieser nur noch ein Totalschaden ist.

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Den Schaden müsse er nun umgehend begleichen, sonst müsse er in Haft, außer es würde sofort Geld überwiesen oder Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände einem Polizeibeamten, der dies alles persönlich holen würde, übergeben. „Die Exekutive verlangt nie, und schon gar nicht über Telefon, Geld zu einer Schadensbegleichung“, warnt Andreas Bandion, Leiter der Kriminalprävention im Landeskriminalamt NÖ. Um die Dramatik des Geschehens zu steigern, wir dann oft auch noch von schwer verletzten Personen gesprochen und es ist Weinen oder Schreien im Hintergrund zu hören.

„Die Polizei verlangt nie, und schon gar nicht über Telefon, Geld zu einer Schadensbegleichung.“ Andreas Bandion, Leiter der Kriminalprävention

„Im letzten halben Jahr verzeichnen wir vermehrt Meldungen über solche falsche Polizisten. Das ist aber einfach eine andere Form des so genannten Neffentricks“, erläutert der Kriminalist diese Form des Telefonbetrugs. Auch beim Neffentrick wird vorgegeben, dass ein Angehöriger aus unterschiedlichsten Gründen wie dem Ankauf einer Wohnung in eine Notsituation gekommen sei und jetzt dringend Geld benötige.

Diese Betrugsform tritt seit Jahren auch in NÖ auf. „Die Dunkelziffer ist hoch, weil manche aus Scham, wenn sie schließlich merken, dass sie einem Betrüger auf dem Leim gegangen sind, nicht Anzeige erstatten“, weiß Bandion. Das erschwert es, die Täter zu fassen. Nicht selten laufen solche Anrufe auch über Callcenter im Ausland, was eine Ausforschung der Kriminellen erschwert. Klarer Appell der Polizei: „Nicht bei derartigen Schreckensmeldungen die Nerven verlieren, sondern prüfen, ob das alles überhaupt passiert sein kann.“