Blutbanken: Alle Blutgruppen werden gesucht. Eine Konserve hält 42 Tage, daher braucht es immer wieder Blutspenden.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 12. August 2020 (02:30)
In der Blutbank St. Pölten kann ebenfalls Blut gespendet werden. OberarztWolfgang Kram führt zuvor ein Gespräch mit dem Spender.
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12.000 Blutspenden zählt die Blutbank am Universitätsklinikum St. Pölten üblicherweise im Jahr. Bis Ende Juli waren es aber alleine hier um 800 Spenden weniger als im gleichen Zeitraum 2019. In der Blutbank Mistelbach – mit üblicherweise 9.000 Spenden jährlich – waren es in den ersten sieben Monaten um 1.000 weniger als sonst.

Grund dafür: Wegen der Coronakrise wurden viele Blutspende-Termine abgesagt. „Am Anfang war das nicht so schlimm“, erzählt Wolfgang Kram, Oberarzt in der Blutbank St. Pölten.

Die Krankenhäuser liefen auf Notbetrieb. Es gab zwar weiterhin notwendige Operationen, aber weniger Patienten. Doch: „Mitte April hat sich der Bedarf an Blutkonserven wieder normalisiert.“

„Humanes Blut ist derzeit durch nichts anderes zu ersetzen“

Die Krankenhäuser kehrten in den Vollbetrieb zurück. Blutkonserven kommen wieder im normalen Ausmaß zum Einsatz – etwa bei Blutverlust nach Unfällen oder wenn durch die Chemotherapie Blutzellen zerstört wurden. Und so werden seitdem mehr Blutspender gesucht.

Übrigens: Eine Vollblutspende wird an der Blutbank aufgetrennt in eine Einheit Plasma, das die Industrie zu Blutprodukten weiterverarbeitet, und eine Einheit Erythrozyten-Konzentrat („Blutkonserve“) für die Krankenhäuser. Eine solche Konserve hält aber nur 42 Tage, erläutert der Oberarzt. Daher braucht es immer wieder Spenden.

Welche Blutgruppen besonders gefragt sind? „Alle“, sagt Kram. Denn: „Wir versuchen, dem Patienten die Blutgruppe zu geben, die er hat“, so Kram. Die Verteilung der Blutgruppen der Spender und der Empfänger entspricht der in der Bevölkerung. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass bei Knappheit Blut der Gruppe 0 nach dem Universalspender-Schema zum Einsatz kommt.

„Es wird seit Jahrzehnten versucht, künstliches Blut herzustellen“, so Kram. Doch: „Das ist immer wieder gescheitert.“ Daher gilt: „Humanes Blut ist derzeit durch nichts anderes zu ersetzen.“

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