Die besten NÖ-Bauprojekte aus Beton. Dunkle, feuchte Keller und Garagen – dieses Image haben Gebäude aus Beton schon längst abgelegt. Stattdessen überzeugen Betonbauten mit Wohnkomfort und Klimafreundlichkeit – wie ausgezeichnete Bauprojekte in Niederösterreich zum Ausdruck bringen.

Update am 09. März 2019 (13:31)
Andreas Buchberger
„Ein Vorzeigebeispiel einer gelungenen baulichen Nachverdichtung in einer historisch gewachsenen Altstadt“, begründete die Jury von Niederösterreichs Baupreis ihre Entscheidung – und verlieh dem Mehrfamilienhaus in der Propsteigasse in Zwettl den zweiten Platz.

Die Zeiten, in denen Beton nur an unsichtbaren Stellen verwendet wurde oder zumindest peinlichst darauf geachtet wurde, ihn zu verkleiden, sind vorbei. Längst hat der Baustoff Eingang in Wohnräume gefunden.

Dass Beton nicht nur optischen Ansprüchen gerecht wird, sondern auch zum klimafreundlichen Bauen verwendet wird, das wird auch mit Auszeichnungen gewürdigt, etwa mit dem Baupreis des Landes NÖ, mit einem der klima:aktiv-Gebäudestandards oder mit dem Betonpreis von Österreichs Transportbeton-Verband.

Auszeichnungen für einige Bauherren

Einige Bauherren durften sich so in den vergangenen Jahren über die eine oder andere Auszeichnung für ihr in NÖ realisiertes Bauprojekt freuen:

  • Etwa ein Mehrfamilien-Wohnhaus in der Zwettler Propsteigasse , geplant von Horst Zauner. Mit diesem wurde ein in die Jahre gekommener Altbau ersetzt. Nun reihen sich kubische Baukörper, dem ansteigenden Verlauf der Propsteigasse folgend, rhythmisch aneinander. „Das Gesamtergebnis ist ein Vorzeigebeispiel einer gelungenen baulichen Nachverdichtung in einer historisch gewachsenen Altstadt mit kleinstädtischem Gepräge in vortrefflicher Ausführungsqualität“, so die Jury des NÖ Baupreises 2018. Sie vergab dafür den zweiten Platz.
  • Den Sonderpreis erhielt der aus Beton und Betonfertigteilen errichtete Baumeisterbetrieb von Heimo Steinberger in Neustift-Innermanzing (Bezirk Sankt Pölten-Land). Das von der Bau-kooperative GmbH entworfene Gebäude stellt laut Jury „einen wertvollen Beitrag für das beton-werkstoffbezogene Zusammenwirken von Funktion und Raum dar“.
  • Der Anerkennungspreis 2018 ging an die „Parkland Houses“ in der Langenzersdorfer Wienerstraße (Bezirk Korneuburg), geplant von BKK-3 Architektur ZT. Auch hier wurden Sichtbetonelemente eingesetzt. „Das Pro steht für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Boden und vereint Kompaktheit und Dichte mit höchstem Wohnkomfort und hervorragender baulicher Umsetzung“, so die Jury.

Eines fällt bei den Preisen auf: Die ausgezeichneten und nominierten Gebäude fügen sich fast nahtlos in die Umgebung ein und vereinen in sich oft verschiedene Werkstoffe wie Sichtbeton und Holz.

Die Bewertungskriterien, zum Beispiel die des Niederösterreichischen Baupreises, unterstützen die durchdachte Bauweise: „Die Schwerpunkte bei der Prämierung liegen in der Qualität der handwerklichen Leistungen, verbunden mit einer zeitgemäßen Gestaltung, einer wirtschaftlichen Funktionalität und nachhaltigen Bauweise.“

Andreas Buchberger
Die Jury des NÖ Baupreises kürte das Betriebsrestaurant Franz in Thomasberg zum Sieger: „Brückenartig spannt sich der Neubau über die Pitten und integriert sich optisch, dank der dunklen Holzlamellenfassade und der rückversetzten Glasfronten, optimal in die Landschaft.“ 

Die Initiative klima:aktiv vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus achtet bei der Prämierung vor allem auf die Umweltfreundlichkeit neuer Gebäude und vergibt klima:aktiv-Punkte. Gold-Staatspreisträger sind etwa das „NÖHaus“ in der Kremser Altstadt und das 2012 fertiggestellte Justizzentrum Korneuburg .

Der Güteverband Transportbeton (GVTB) vergab im Jahr 2013 zum ersten Mal seinen Betonpreis. Dieser ging nach Gänserndorf . Die dort neu errichtete Röntgenordination überzeugte die Jury in allen der drei Kategorien Nachhaltigkeit, Design und Optik sowie Image.

Das Besondere an dem Gebäude: Sichtbeton. Bei dem Bau der Röntgenordination wurde eine Bauteilaktivierung implementiert und alle tragenden Wände und Decken in Sichtbetonqualität ausgeführt. Zusätzlicher Nebeneffekt der Sichtbetonflächen: Diese erfüllen neben der sauberen Optik die in einer Röntgenordination notwendige Strahlenschutzverordnung.