Kreditansuchen: Klartext beim Zinssatz. Manche Kreditgeber bieten tolle Prozentsätze beim Zins. Doch Vorsicht ist geboten.

Erstellt am 08. März 2019 (10:56)
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Bevor man sich für einen Kredit entscheidet, sollte man wissen, welche Kosten darin genau enthalten sind.

Wer um einen Kredit ansucht, hat häufig schon genug Stress, um diesen auch wieder zurückzahlen zu können. Doch es ist Vorsicht geboten und nicht alles, was sich gut anhört, stellt sich dann auch immer als Schnäppchen heraus.

Eineinhalb Prozent Zinsen? Ein Prozent? Oder gar nur null Prozent? Mit solchen Zahlenspielen werben manche Kreditgeber oder Händler.

Es gibt mehr Rechte mit Verbraucherkreditgesetz

Was auf den ersten Blick wie ein günstiges Angebot wirkt, kann sich auf Dauer als teurer „Spaß“ herausstellen. Das seit Juni 2010 geltende Verbraucherkreditgesetz soll solchen irreführenden Lockangeboten einen Riegel vorschieben.

Einer der verschiedenen „Tricks“ besteht darin, nicht den sogenannten Effektivzins auszuweisen, sondern den Nominalzins. Im Normalzins sind jedoch nicht die Gesamtkosten des Kredits enthalten und das verzerrt natürlich das Bild.

Das Verbraucherkreditgesetz schreibt vor, dass bei jeglicher Zahlenwerbung auch der Effektivzins klar und prägnant angegeben werden muss. Außerdem müssen mehr Kosten als früher in den Effektivzins eingerechnet werden. Als Kreditnehmer hat man dann die Möglichkeit, leichter erkennen zu können, was der Kredit in Summe wirklich kostet.

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Auf dem Weg zu den Krediten mit den niedrigsten Zinsen sollte niemand hasten. Wer sich vorher gut informiert, bereut seine Entscheidung später seltener.

Bei Kreditgebern muss außerdem aufgepasst werden, weil häufig gewisse Informationen vorenthalten werden.
Wenn etwa die Fixzinsen zu Beginn niedrig sind, muss genauso auch auf die später geltenden Zinsen verwiesen werden. Diese sind jedoch meist höher. Doch dies wurde von Kreditgeberseite oft nicht so gehandhabt.

Zinssätze müssen durch Beispiel erklärt werden

Damit prinzipiell verhindert werden kann, dass der Kunde durch diverse Zahlenwerbungen in die Irre geführt wird, müssen Zinssätze und zusätzliche wichtige Angaben durch Beispiele erklärt werden.

In Panik verfallen muss auch niemand, der im Nachhinein entdeckt, dass er mit dem Kreditvertrag nicht zufrieden ist. Denn es ist möglich, innerhalb von vierzehn Tagen von einem bereits abgeschlossenen Vertrag zurückzutreten. Dafür müssen auch keine Gründe angegeben werden.

Sobald der Kreditvertrag alle gesetzlichen Mindest-Informationen enthält, beginnt diese Rücktrittsfrist zu laufen. An Kosten dürfen nur jene Zahlungen in Rechnung gestellt werden, die der Kreditgeber an öffentliche Stellen entrichtet hat und dort nicht mehr zurückverlangen kann. All das gilt jedoch nur, wenn noch kein Geld überwiesen wurde.

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