Landesgeld fürs Eigenheim: Die neue Wohnbauförderung . Das Land NÖ unterstützt Häuslbauer und Besitzer frei finanzierter Wohnungen. Aber wie viel Geld bekommt man? Wie sieht es bei Familien aus? Und wieso bekommt die Lage einen Bonus?

Erstellt am 08. März 2019 (11:37)
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Das Land Niederösterreich unterstützt Häuslbauer finanziell. Besonders gefördert werden die jungen niederösterreichischen Familien und ein umweltschonendes und energiesparendes Bauen, das laufende Kosten senkt und sogar den Wert des Eigenheimes erhöht.
Die Förderungen gelten übrigens auch für die zukünftigen Besitzer von frei finanzierten Eigentumswohnungen. Die NÖN fasst die neue Wohnbauförderung zusammen.

Die Förderung für die Errichtung von Eigenheimen erfolgt in Form eines Darlehens des Landes Niederösterreich. Dieses hat eine Laufzeit von 27,5 Jahren und ist mit 1 Prozent jährlich im Nachhinein verzinst.

Die Höhe des Darlehens ergibt sich aus dem Punktesystem für nachhaltige Bauweise, der Familienförderung sowie einem Bonus für die Lagequalität.

Zudem müssen – bevor überhaupt eine Förderung beantragt werden kann – einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Mindeststandard beim Heizwärmebedarf. In Abhängigkeit von der Gebäudegeometrie (A/V-Verhältnis) ist die Unterschreitung einer bestimmten Energiekennzahl (Heizwärmebedarf HWBRK) erforderlich. (Die entsprechenden Werte sind in der Eigenheim-Broschüre des Landes NÖ nachzulesen – siehe Link am Ende.)
  • Einbau eines hocheffizienten alternativen Energiesystems. Kurz gesagt: Im Haus muss das Heizen mit festen biogenen Brennstoffen, Wärmepumpe(n) oder Fernwärme vorgesehen sein.
  • Einbau einer Solar- oder Photovoltaikanlage. Die Heizung ist grundsätzlich mit einer Solar- oder Photovoltaikanlage zu kombinieren.
  • Unterschreitung festgesetzter Einkommensgrenzen. Das höchstzulässige Jahreseinkommen der zukünftigen Bewohner darf eine bestimmte Obergrenze nicht überschreiten: 40.000 Euro bei einem Hausbewohner, 65.000 Euro bei zwei Bewohnern. Der Betrag erhöht sich für jede weitere Person um 8.000 Euro. Bei einer Überschreitung dieser Obergrenzen wird die Förderung entsprechend verringert.
  • Einen Antrag können natürliche Personen, die österreichische Staatsbürger oder Gleichgestellte (zum Beispiel EWR-Bürger) sind, stellen.
  • Das Darlehen muss ins Grundbuch eingetragen werden. Zusammen mit diesem Pfandrecht muss man noch ein Veräußerungsverbot zugunsten des Landes Niederösterreich eintragen lassen.
  • Aufnahme des Hauptwohnsitzes bei Fertigstellung. Für den Abschluss des Förderungsantrages muss innerhalb von fünf Jahren das Endabrechnungs-Formular vorgelegt werden. Dieses beinhaltet eine gemeindeamtliche Bestätigung, dass das geförderte Haus ordnungsgemäß errichtet wurde und gemäß der NÖ Bauordnung benützt werden darf. Zudem muss die Meldebestätigung über den Hauptwohnsitz aller Bewohner beigelegt werden.

Der Bauführer muss die Einhaltung der angegebenen Heizwerte bestätigen. Soll etwas geändert werden (zum Beispiel hinsichtlich der Baustoffe oder Nachhaltigkeit), muss neuerlich ein von einer befugten Person ausgestellter Energieausweis vorgelegt werden. Wenn sich dadurch die zuvor festgelegte Punktezahl ändern sollte, muss die Förderung eventuell teilweise oder gänzlich zurückgezahlt werden.

Wie hoch sind die Förderungen?

Die Höhe der Darlehen setzt sich aus drei Punkten zusammen: Familie, nachhaltige Bauweise und Lage.

Die Familienförderung richtet sich nach der jeweiligen Familiensituation. Der Antrag kann bis zur Fertigstellung eingereicht werden. Das heißt auch, dass bis zur Fertigstellung eine Aufstockung des Darlehens beantragt werden kann. Die Höhe der Förderungen ist in der Infobox rechts angeführt.

Eine Förderungsvoraussetzung beim Neubau sind die Verwendung hocheffizienter alternativer Energiesysteme und damit eine nachhaltige Bauweise. Das sind Anlagen, die vorwiegend biogene Brennstoffe und erneuerbare Umweltenergien nutzen. Diese sind nach Möglichkeit mit Solar- oder Photovoltaikanlagen zu kombinieren (ausgenommen sind der Anschluss an biogene Fernwärme und Einzelöfen). Welche Anlagen dazu zählen, ist in der Infobox unten angeführt. Die genauen Kennzahlen sind in der Broschüre des Landes NÖ aufgelistet.

Neben dem Heizwärmebedarf ist auch die Wahl der Baustoffe bei der Errichtung des Eigenheimes von großer Bedeutung.

Weitere Aspekte, die mit Punkten bedacht werden, sind zum Beispiel Barrierefreiheit, eine ökologische Gartengestaltung und begrünte Dächer.

Zuletzt wird auch für die Lage ein Bonus gewährt, je nachdem, wo sich das Gebäude befindet. Auch die Bebauungsweise eines Grundstücks spielt hier eine Rolle.

Etwas abweichende Förderungen und auch andere Kennzahlen gelten für Passivhäuser, die sich durch besonders niedrige Energiekosten auszeichnen. Da die Energieverluste beim Passivhaus im Detail liegen, ist eine sorgfältige Detailplanung unumgänglich. Die Experten des Landes NÖ raten dazu, nicht nur kompetent zu planen, sondern auch laufend die Baustelle zu überwachen. Dies ist während der Ausführungsphase wichtig, da beim Bau viele Professionisten zusammenarbeiten und die Qualitäten der von den Handwerkern zu erbringenden Leistungen im Vorfeld genau definiert und später kontrolliert werden sollten.

Alle Informationen und weitere Details sind in der Broschüre zur Eigenheimförderung des Landes NÖ angeführt. Diese ist unter folgender Adresse im Internet abrufbar:

www.noe.gv.at