Erstellt am 14. März 2018, 05:26

von NÖN Redaktion

Wie Smart Homes den ländlichen Raum formen. eLiving und Smart Houses sind nicht nur für die Bewohner smart. Sie können auch einen großen Einfluss auf die Struktur im ländlichen Raum haben. Das hebt eine Studie der Wohnbauforschung Niederösterreich hervor.

Von überall aus arbeiten und lernen: Durch Optionen wie e-learning und immer stärkere Vernetzung wird es möglich sein, dieWeiterbildungsmöglichkeiten und Jobangebote im ländlichen Raum auszubauen und so die Abwanderung von jungen Menschen zu minimieren.  |  Kate Aedon / Shutterstock.com

Die Möglichkeiten für die Bevölkerung im ländlichen Raum werden durch eLiving – also Wohnen mit Technik und Digitalisierung – steigen, die Lebensqualität wird sich verbessern und ländliche Räume werden attraktiver werden. Die Auswirkungen von eLiving in Hinblick auf Politik, Bevölkerung und Wirtschaft untersucht die Studie „Wohnräume der Zukunft: NÖ“ der Wohnbauforschung NÖ, die von „Maerki Management Consulting KEG - das fernlicht“ durchgeführt wurde.

Höhere Vernetzung und Qualität

Ländliche Räume haben eine andere Struktur als zentrale Orte. Sie sind weniger homogenisiert und besonders Gemeinden mit landwirtschaftlicher Prägung haben mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen.

Durch Smart Living wird es immer mehr möglich sein, auch im ländlichen Raum immer mehr vernetzt zu sein und so auch die Lebensqualität in den einzelnen Regionen zu steigern – so die Studie.

Wie auch immer sich eLiving in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird – es wird einen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und die Bevölkerung haben. In allen drei Bereichen sind unterschiedliche Perspektiven und auch Chancen zu erkennen. In Hinblick auf die Politik verortet die Studie zwei zentrale Zielsetzungen: den Ausgleich von Ungleichheiten sowie die Erhaltung des ländlichen Raumes als vollwertigen Lebensraum.

Viele Haushalte verlieren ihre standortgebundene Ortsabhängigkeit – das sieht die Studie als große Chance für unterversorgte Räume. Konkrete Beispiele für Chancen im Bereich der Politik und somit auch einem Entgegenwirken zur Ausdünnung des ländlichen Raumes durch eLiving kann dann beispielsweise die Nahversorgung sein, die durch Home-Shopping vereinfacht wird.

Neue Perspektiven und neue Chancen

Zu den Perspektiven zählen beispielsweise auch eine verbesserte Infrastruktur, mehr Möglichkeiten in der Bildung durch eLearning, eine Erhöhung der Qualität der Gesundheitsvorsorge durch eHealth oder Fernstudien oder auch die Erleichterung von Dienstleistungen durch Telebanking oder Onlinereisebüros. Mobile Dienstleistungen können so eine Antwort auf die Reduktion von Infrastruktur und sozialen Angeboten in manchen Regionen sein und in diesem Sinne die Ausdünnung von ländlichen Gebieten verlangsamen oder sogar stoppen.

Eine weitere Implikation, die die Studie verortet, ist jene in Hinblick auf die Bevölkerung. Besonders junge Menschen verlassen den ländlichen Raum oft aus dem Grund, dass sie kein oder ein nur sehr geringes Angebot für Aus- oder Weiterbildungsmöglichkeiten vorfinden. Auch hier kann mit eLiving unterstützend eingegriffen werden, indem beispielsweise die Infrastruktur verbessert wird oder in Hinblick auf die Vereinsamung von älteren Menschen auch auf Telekommunikation zurückgegriffen werden kann.

Es gibt verschiedene Szenarien, wie der ländliche Raum durch Smart Living beeinflusst werden kann.    |  David Hughes / Shutterstock.com

„Die Möglichkeiten für die Bevölkerung des ländlichen Raumes werden durch die intelligente Vernetzung der Haushalte unweigerlich steigen“, konstatiert die Studie.

Auch in Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung kann der ländliche Raum von eLiving profitieren. Derzeit herrsche „eine Ungleichverteilung der Standortpotenziale im Stadt-Land-Gefälle“. Das könne sich durch steigende Digitalisierung und Vernetzung in Zukunft stark verändern und so auch ländliche Gebiete als Arbeitsorte attraktiver machen.

Die Studie verortet in dieser Hinsicht auch eine Veränderung in Hinblick auf die Bauwirtschaft. Wohnen wird in Zukunft komplexer aufgefasst werden müssen als bisher. „Es wird nicht mehr ausschließlich die den Bewohner umgebenden vier Wände betreffen, sondern es wird auch seitens der Bauwirtschaft die gesamte Dimension dieser Thematik einfließen müssen“, sagt die Studie aus.