Hafnermeister Stangelmayer: Von Speck und Stein. Öfen aus Naturmaterialien sind sehr gefragt. Hafnermeister Alfred Stangelmayer aus Tulln erklärt im Interview, was Specksteinöfen ausmacht und welche besonderen Eigenschaften sie aufweisen.

Erstellt am 15. März 2019 (15:25)
NOEN

NÖN: Was genau ist ein Specksteinofen? Und was sind seine Vorteile?

Alfred Stangelmayer: Ein Specksteinofen ist Speicherofen aus Naturstein. Der Vorteil ist ganz klar, dass er viel Speichermasse auf nur wenig Raum hat. Mit nur einmal einheizen bleibt er 12 bis 24 Stunden gleichmäßig warm, er verteilt die Energie also über einen langen Zeitraum.

Worauf muss man bei der Anschaffung achten?

Stangelmayer: Bei einem Heizkamin wird die Kilowatt-Leistung immer durch einen Bestwert ausgedrückt. Beim Specksteinofen wird ein Durchschnittswert angegeben. Das ist deutlich transparenter. Dessen muss man sich beim Kauf bewusst sein.

Wie unterscheidet sich die Handhabung eines Specksteinofens im Vergleich zu anderen Öfen?

Stangelmayer: Grundsätzlich ist der Specksteinofen wie auch ein Kachelofen sehr wartungsarm, aber durch den Naturstein muss man aufpassen, da man schnell Fingerabdrücke auf der Steinoberfläche hinterlässt. Aber da gibt es spezielle Natursteinreiniger. Auch ist der Stein sehr weich und kann leicht zerkratzen. Kratzer können aber genauso schnell wieder entfernt werden, etwa mit Schleifpapier.

Lassen sich aktuelle Trends bei Specksteinöfen erkennen?

Stangelmayer: Ein Natursteinofen ist ja keinen Trends unterworfen. Er ist von zeitloser Schönheit, weil auch der Stein immer gleich schön ausschaut. Nur in der Ausstattung des Ofens lassen sich klare Trends erkennen. Kunden wünschen sich immer öfters ein Backfach. Damit kann auch bei Stromausfall eine Pizza oder ein Schweinsbraten gezaubert werden. Das Essen schmeckt natürlich deutlich anders als bei einem herkömmlichen Backofen.

Auch beliebt bei den Kunden ist das moderne Design, das sich durch besonders große Sichtglasfenster auszeichnet. Da sind die Fenster schon fast so wie Flatscreens. Was auch gewünscht wird, sind bearbeitete Oberflächen des Specksteins, beispielsweise aufgeraute oder gestreifte Oberflächen. Ein klassisches Design wird aber doch meist bevorzugt. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass es keine guten oder schlechten Öfen gibt, sondern nur solche Öfen, die zu den Heizgewohnheiten der Besitzer passen.

www.specksteinofen-tulln.at