Das richtige Dach über dem Kopf. Ob Holz, Zink oder Ton – was auf unsere Dächer kommt, kann ganz verschieden sein. Jedes dieser Materialien bietet unterschiedliche Vorteile, die von Dämmungen über intelligente Energiesysteme alles Mögliche abdecken können.

Von Gina Christof und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 23. Mai 2019 (04:20)
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Auch Holzschindeln sind sehr beliebt. Besonders die ökologische Perspektive ist hier das große Plus.

Ob ästhetische, ökologische oder finanzielle Gründe. Ob Satteldach, Flachdach oder Pultdach. Ob Ziegel, Holz oder Zink.

Wie das Dach über unseren Köpfen aussieht, kann ganz unterschiedliche Beweggründe haben. Eines ist klar – jede Dachform hat ihre Berechtigung und bietet unterschiedliche Vorteile.

Viele Handwerker konstruieren das Dach

Ein Dach bedeutet aber nicht nur Balken und Ziegel – damit am Ende alles so ist, wie es sein soll, ist es zunächst gut zu wissen, dass ganz unterschiedliche Handwerker aus den verschiedensten Gewerben am Dach arbeiten.

Der Baumeister kann so auch noch Arbeiten am Dach ausführen. Bei Flachdächern kann das beispielsweise die Tragkonstruktion sein, oder bei herkömmlichen geneigten Dächern die Giebelwände. Der Baumeister kümmert sich außerdem um Dinge wie Beton- und Stahlbetonarbeiten, Mauer- und Versetzarbeiten oder Rauch-, Abgas- und Lüftungsfänge.

Der Zimmermeister ist für Dachkonstruktionen, Dachtypen und Gaupen zuständig, während dagegen der klassische Dachdecker für den Dachaufbau sowie die Deckungsmaterialien zuständig ist. Dazu kommen sogenannte Schwarzdeckerarbeiten , die den Dachaufbau mit Anschlüssen und Einfassungen umfassen. Außerdem kann noch ein Bauspengler hinzugezogen werden, der sich um den Blechdachaufbau, um Rinnen, Gesimse, Anschlussbleche oder Ähnliches kümmert.

Vom Spengler bis zum Schlosser

Zuletzt kann es auch noch zu Schlosserarbeiten am Dach kommen – besonders im konstruktiven Stahlbau, oder wenn Dinge wie Geländer oder Leitern gefragt sind. Kommen noch Fensterkonstruktionen oder Sonnenschutz hinzu, kann es sein, dass dafür wieder eine andere Person benötigt wird.

Doch bevor alle Handwerker zusammenkommen, gilt es zunächst einmal, grundsätzliche Entscheidungen zu treffen. Neben der Form des Daches gehört dazu die Wahl des richtigen Materials.

Das richtige Material macht das Dach

Der Klassiker unter den Dächern ist wohl das Ziegeldach aus Ton. Diese Ziegel sind Platten, die an der Rückseite zwei Vorsprünge haben, mit denen sie auf die Dachlatten gehängt werden. Bei den Platten gibt es unterschiedlichste Formen: die gängigsten sind rechteckige oder solche, bei denen die untere Seite halbkreisförmig ist. Daneben gibt es aber auch zahlreiche, regionale Sonderformen.

Wichtig bei allen Arten von Ziegeln ist dabei immer, dass diese nicht einfach nebeneinandergelegt werden, sondern, dass sie sich überlappen. Nur so kommen die Fugen immer über einem anderen Dachziegel zum Liegen, wodurch das Wasser nicht zwischen den Fugen durchfließen kann. Bei der Wasserableitung gibt es aber Dachziegel, die extra dafür entwickelt wurden, diese zu verbessern. Diese sogenannten Falzsteine sind heute auf den meisten Steildächern zu finden.

Neben Ton ist auch Holz einer der traditionellen Baustoffe auf dem Dach. Die Vorteile dieses Materials sind die Dauerhaftigkeit, die Hagelsicherheit, die Frostbeständigkeit, die Sturmsicherheit, das leichte Gewicht, die ideale Wärmedämmung und natürlich der ökologische Aspekt.

Wichtig ist auch die Wahl der passenden Holzart. Dabei sollte besonders auf eine gute Spaltbarkeit, pilzwidrige Inhaltsstoffe und Feinjährigkeit geachtet werden. Die gängigsten Holzarten sind dabei Eiche, Lärche, Fichte, Buche und Zeder.

Voll im Trend: Zink am Dach

Durch seine lange Lebenszeit, seinen modernen Look und seine dauerhafte Beständigkeit ist besonders Zink heutzutage ein äußerst beliebter Baustoff für Dächer. Besonders der ökologische Vorteil kommt hier zum Tragen – in der Herstellung, beim Transport und in der Verlegung wird Umweltschutz aktiv umgesetzt. Hinzu kommt noch, dass nur wenig Energie bei der Herstellung gebraucht wird und dass fast 100 Prozent des Materials recycelt und wiederverwendet werden können.