So kommt der Garten durch heiße Sommertage. Richtig bewässert, richtig bedeckt – kleine Maßnahmen helfen Naturgartenfreunden, die Blumen- und Gemüsebeete gut durch heiße Sommertage zu bringen.

Von Carina Rambauske. Erstellt am 01. Juli 2019 (04:00)
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Sommerzeit ist Erntezeit! Ein gut gewässerter undgemulchter Boden sorgt füreinen schönen Gemüseertrag aus dem eigenenGarten.

Sanft, mild, weich: Die heimischen Pflanzen wissen, wie sie ihr Wasser gerne haben, nämlich wenig kalkhaltig. Und sie wissen auch, was sie nicht gerne haben: eiskalte Duschen von oben herabgebraust und ungeschützte starke Einstrahlung der Sonne an heißen Sommertagen.

Deshalb braucht der Garten, um gesund und fit durch den Sommer zu kommen, vor allem eines: Schutz vor der Hitze. Zwei Dinge sind dafür das A und O, erklärt Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“: die richtige Bewässerung und die richtige Decke.

Böden gut bewässern und bedecken

Bewässert bedeutet aber nicht einfach gegossen: Das gilt es am besten in der Früh oder spät abends zu erledigen – im Idealfall bodennah mit Regenwasser. Warum? „Weil Wasser aus der Wasserleitung, vor allem in Niederösterreich, sehr kalkhaltig ist. Wasser aus der Leitung ist außerdem meist kalt, was bei den Pflanzen Stress auslöst“, so Batakovic. Zusätzlich ist aufgefangenes Regenwasser ökologischer.

Für beides – Regenwasser oder welches aus der Leitung – gilt, auf keinen Fall unter strahlendendem Sonnenschein zu gießen, da das Wasser ansonsten  schnell verdunstet und die Pflanzen durch den Lupeneffekt Verbrennungen erleiden können.

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„Mulchen, mulchen, mulchen“, betont Batakovic den zweiten wichtigen Aspekt, mit dem der Garten fit durch den Sommer gebracht wird. Jeder Boden gehört bedeckt − das spart nicht nur Wasser, sondern schützt den Boden auch vor der direkten Sonneneinstrahlung. Mit einer drei Zentimeter dicken Schicht losen Grasschnitts, Strohs – vor allem bei Erdbeeren sehr beliebt – oder Grünhäcksels fühlt sich nicht nur die Erde, sondern auch die Bodentierchen, die für das Gedeihen der Pflanzen so wichtig sind, an heißen Sommertagen viel wohler.

Viel wohler ist auch das Stichwort für Schattenplätze im Garten, die auch Pflanzen sehr genießen. Auch hierfür gibt es einen Tipp von der Expertin: Weinreben. Sie sind aufgrund ihrer tiefen Wurzeln nicht nur gut gegen heiße Tage gewappnet, sondern ihre Blätter erzeugen einen besseren Kühlungseffekt, als jeder künstlich geschaffener Sonnenschutz.

Richtig in die Tat umgesetzt, bewirken gutumsorgte Böden auch in der Sommerzeit blühende Blickfänge. Neben Rittersporn, Zauberglöckchen und Mädchenauge sind vor allem sie im Juni nicht zu vergessen: Rosen. Werden sie nach der Blüte im Sommer zurückgeschnitten, blühen sie im Herbst erneut.

Eine gute Mischung tut Mensch und Boden gut

Für jene, die es in ihrem Garten gerne exotischer haben wollen, hat die Expertin ebenfalls einen Hinweis: „Wählen Sie jene Exoten, die mit Nektar- und Pollenangebot ökologisch wertvoll sind.“ Sie sind nicht nur schön anzuschauen, sondern auch Futterquelle für die heimische Tierwelt – wie zum Beispiel Bartblume, Geißblatt, Nachtkerze oder Wolfsmilch.

Für den Gemüsegarten wird in den Sommermonaten vor allem eines ausgesprochen: die Erntezeit. Von den Erbsen, den Erdbeeren, dem Salat im Juni bis hin zu den Zucchini, den Melanzani und den Paradeisern in den September hinein. Im Sommer ist außerdem die Zeit, Bohnen und Lauch anzuhäufeln und Ende August die Basis für die Winterernte zu legen, indem zum Beispiel Pflücksalate und Winterkarotten gesät werden. „Gut beraten ist man“, so Batakovic, „eine bunte Mischung im Gartenbeet anzulegen.“ Nicht nur, weil diese dem Boden guttut. Sondern auch: „Weil irgendetwas irgendwann einmal nicht so klappt, dafür aber anderes Gemüse“, rät sie schmunzelnd.