Ziegel ist nicht gleich Ziegel. Löchrig, halbiert oder mit Rostdämmung: Die Ziegel im Mauerwerk sind ganz unterschiedlich.

Von Teresa Sturm und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 21. Mai 2019 (03:40)
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Manche gehören ins Eck, andere lassen sich ideal verlegen und einige tragen mehr Gewicht. Für jeden Zweck gibt es auch unterschiedliche Ziegel, um ein Gebäude optimal zu bauen. Denn im Haus übernimmt der Ziegel viele nützliche Funktionen.

Vollmauerziegel:
Vollmauerziegel sind Mauerziegel, deren Querschnitt durch vertikale Lochung normal zur Lagerfläche vermindert sein kann. Um die Ziegel verbandsmäßig verlegen zu können, haben diese eine parallelepipedische Form. Durch das besondere Verhältnis der Dicke zu Länge und Breite fällt das Verlegen leichter.

Hochlochziegel, Planziegel :
Hochlochziegel sind Mauerziegel mit einem Loch oder mehreren Löchern, die den Mauerziegel rechtwinkelig zur Lagerfläche durchdringen. Sie werden als Mauerziegel mit einer Scharenhöhe von 25 cm und als Planziegel, ebenfalls mit einer Scharenhöhe von 25 Zentimeter, produziert.

Hochlochziegel mit einer Porosierung des Ziegelscherbens für tragendes Mauerwerk bieten dem Wärmestrom einen möglichst hohen Widerstand. Sie eignen sich durch die hohe Wärmedämmung besonders zur monolithischen Anwendung für bis zu 50 cm dicke Außenwände. Die Lochbilder und die Porosierung variieren je nach Hersteller.

Füllziegel:
Unter Füllziegel versteht man Mauerziegel mit besonderer Lochung, die zur Verfüllung mit Beton oder Mörtel geeignet sind. Dadurch erreicht man ein hohes Wandgewicht und eine erhöhte Tragfähigkeit. Füllziegel werden vor allem für tragende Wände mit erhöhter Schallschutzanforderung, z. B. für Wohnungs- und Treppenhaus-Trennwände im mehrgeschossigen Wohnbau verwendet.

Eckziegel:
Eckziegel sind eigentlich wie halbierte Hochlochziegel, eignen sich aber ideal für ein hochwärmedämmendes monolithisches Mauerwerk. Sie dienen zur idealen Ausbildung von Mauerecken, was vor allem aus einem bauphysikalischen Standpunkt heraus wichtig ist. Oft werden in Ein- und Zweifamilienhäusern Erker in einem Winkel von 45° eingeplant. Um zeitaufwändige Zuschneidearbeiten, Ziegelschutt und erhöhten Mörtelverbrauch zu vermeiden, gibt es spezielle Erkerziegel.

Rostziegel:
Um einen einheitlichen Putzgrund zu gewährleisten, werden bei Außenwänden als Rostschalung auch sogenannte Rostziegel verwendet. Hierbei ist entweder ohnehin schon eine Rostdämmung (zur Vermeidung der Wärmebrückenwirkung) integriert oder zwischen Rostziegel und Rostbeton wird eine Dämmung eingelegt.

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