Das Baustoffwunder Beton. Von wegen grau und langweilig! Mit seinen guten Eigenschaften ist Beton vielseitig nutzbar und überzeugt mit Langlebigkeit und Massivität.

Erstellt am 14. März 2019 (14:25)
Bubutu/Shutterstock.com
Aufgrund von seinen vielfältigen Eigenschaften wird Beton seit Jahrhunderten auf Baustellen weltweit geschätzt. 

Beton ist der Baustoff des 21. Jahrhunderts schlechthin, obwohl die Betonherstellung schon den alten Römern bekannt war. Man geht davon aus, dass Beton ungefähr 10.000 Jahre alt ist.

Die Ägypter verwendeten für ihre Pyramiden gebrannten Kalk – die Römer kamen dem Zementbeton schon recht nahe: Sie entwickelten das opus caementitium, was so viel heißt wie „Werk aus Bruchstein“. Daraus leitet sich auch das heutige Wort Zement ab. Dieser Baustoff, auch bekannt als römischer Beton oder Kalkbeton, bestand aus gebranntem Kalk, Wasser und Sand, gemischt mit Ziegelmehl. Die Druckfestigkeit war für die damalige Zeit sensationell. Opus caementitium wurde beispielsweise für Aquädukte und Katakomben verwendet – und für das nicht zufällig bis heute am besten erhaltene Bauwerk seiner Zeit, das Pantheon in Rom. Seine Kuppel aus einer Art Spannbeton war mit einem Durchmesser von 43 Metern viele Jahrhunderte lang die größte Kuppel der Welt.

Auch heute weiß man: Kaum ein Baustoff hat ähnlich hohe Belastbarkeitsanforderungen zu erfüllen wie Beton. Nicht umsonst werden nahezu alle wichtigen Bauwerke wie Brücken, Tunnel, Straßen oder hohe Wohngebäude mit diesem Baustoff gebaut. Gegen natürliche Einflüsse wie Wind, Schnee, Eis, oder auch Flora und Fauna ist der Beton gewappnet und wird deswegen so gerne eingesetzt.

Beton wird aus Wasser und Zement und Gesteinskörnungen hergestellt. Für die Eigenschaften von Beton werden auch noch Zuschlagstoffe hinzugefügt. In der Regel besteht ein Kubikmeter Normalbeton aus 2.000 kg Kies, 250 bis 400 kg Zement und 150 kg Wasser. Die Zuschlagstoffe, in diesem Fall Kies, haben also mengenmäßig den größten Anteil. Der Zementleim aus Zement und Wasser verbindet diese Stoffe miteinander, sodass eine homogene Masse entsteht, der Beton.

Vier Sorten von Beton gehören zu den klassischen Arten, die oft verwendet werden. Stahlbeton ist eine der bekanntesten Betonarten, welche besonders dann eingesetzt wird, wenn eine hohe Zugbeanspruchung der Fall ist. Deswegen werden im Beton Stahlarmierungen eingebaut. Wenn der Stahlbeton zusätzlich noch mit Spanngliedern versehen ist, ist die Rede von Spannbeton.

alexandre zveiger / Shutterstock.com
Aus Beton gegossene Wände werden immer öfter unverkleidet belassen. Sichtbeton nennt sich das dann und wirkt – zum Beispiel zusammen mit Glas – äußerst modern.

Eine weitere Art von Beton ist Faserbeton. Hier werden Fasern aus Glas, Stahl oder Kunststoff dem Zement beigemischt. Damit wird die Zugfestigkeit erhöht und einer Rissbildung im Beton vorgebeugt. Splittbeton wird gerne im Straßenbau verwendet. Er hat den Vorteil, dass die Frostgefahr im Winter vermieden wird. Denn der beigefügte Splitt macht den Beton wasserdurchlässiger. Auch eine klassische Art von Beton ist Polymerbeton. Das Besondere ist hier, dass der Zement durch den Kunststoff Polymer ersetzt wird. Dadurch, dass dieses Bindemittel nicht so viel Zeit braucht, um zu erhärten, wird es gerne für die Sanierung von bereits bestehenden Straßen, Brücken oder anderen Bauteilen verwendet.

Je nach Zugabe von Zuschlagstoffen können sich also die Eigenschaften ändern. Dadurch ergeben sich fast uneingeschränkte Verwendungsmöglichkeiten. Beton ist sowohl unter Wasser als auch bei Wolkenkratzern beständig, hält enorme Hitze aus und ist, wenn noch nicht erhärtet, beliebig formbar und kann in Formen gegossen werden. In der ÖNORM für Beton (B 47010-1) ist ganz genau festgelegt, wie die Herstellung und die Verwendung von Beton auszusehen hat, damit es EU-konform ist. Unter anderem ist die wahrscheinlich wichtigste Eigenschaft geregelt, nämlich die Druckfestigkeit. Standardmäßig weist Beton eine Druckfestigkeit von 10 bis 100 Newton pro Quadratmillimeter auf. Die endgültige Druckfestigkeit ist meistens erst nach etwa vier Wochen nach Ausbringung erreicht.
Außerdem wird in der ÖNORM Beton in unterschiedliche Expositionsklassen unterteilt, je nachdem wie die Umgebungsbedingungen auf die Oberfläche wirken.

www.betonmarketing.at

www.wohnnet.at

www.zement.at