Elektronisches Auge als Aufpasser aufs Zuhause. Kameras können bei der Klärung von Einbrüchen wertvolle Hinweise liefern, sind aber keine Garantie, dass der Täter gefasst wird. Wer diese montiert, muss auf den Datenschutz achten.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. August 2019 (04:00)
Symbolfoto: Fh Photo/Shutterstock.com

Einbrüche erschüttern das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger immens. Immerhin gab es laut aktueller Kriminalstatistik 2018 in Niederösterreich 1.923 Einbrüche, auch wenn diese in den letzten fünf Jahren kontinuierlich gesunken sind.

Ein mulmiges Gefühl bleibt. Man ist nicht daheim und man möchte sich doch sicher sein, ob da nicht jemand Fremder Haus oder Garten heimsucht. Mit einer Videoüberwachung, die einen externen Zugriff via Smartphone oder Tablet ermöglicht, ist das kein Problem. Auch wenn man im Haus ist und wissen möchte, wer sich da gerade nähert, bietet eine Videokamera sozusagen ein erweitertes elektronisches Auge. Vorab Kauf und Installation sollte man sich genau informieren, welches Produkt das passendste ist.

Nur in Kombination mit Alarmanlage sinnvoll

„Videokameras schrecken Kriminelle ab. Eine Videoüberwachung macht aber nur in Kombination mit einer Alarmanlage Sinn“, stellt Kriminalpräventionsbeamter Thomas Schneeweiß fest. Wenn eine Alarmanlage, die mit der Polizei oder einem privaten Wachdienst verbunden ist, anschlägt, ist die Chance gegeben, dass die ungebetenen Gäste vielleicht noch auf frischer Tat ertappt werden.

„Eine Videokamera muss hochauflösend sein, damit sie halbwegs ein verwendbares Bild ergibt“, rät Schneeweiß zum Kauf hochwertiger Produkte. Dennoch: Auch diese sind nicht allumfassend zuverlässig, vor allem dann, wenn Schneefall oder Nebel die klare Sicht behindern. „Da nutzen dann die Wettergehäuse dieser Kameras oft nur bedingt“, weiß er. Händler bieten daher auch Wärmebildkameras an. „Da sieht man zwar den Täter nicht so genau, aber man erkennt dafür in der Dunkelheit oder bei schlechter Sicht, wenn sich jemand dem Areal nähert.“

Eine Kamera allein macht meist nur wenig Sinn, es sollte an jeder zugänglichen Hausseite eine montiert sein. Dennoch sind Kameras keine Garantie zur Täteridentifizierung. „Wenn der Verdächtige sich den Schal ins Gesicht zieht und eine Schirmkappe oder Haube noch aufsetzt, hilft die Aufnahme nur bedingt.“

Nicht in Nachbars Garten filmen

In Nachbars Garten zu filmen, selbst wenn man nur die Grundstücksgrenze abbilden möchte, ist nach dem Datenschutzgesetz strikt verboten. Beim Eingangsbereich, wo ein Gehsteig ist, darf eine Kamera angebracht werden. Persönlichkeitsrechte dürfen aber nie verletzt werden. Alle Bilder sind nach 72 Stunden zu löschen und nicht via sozialer Netzwerke zu teilen. Das ist ein grober Verstoß gegen den Datenschutz.

Selbst wenn es seltsam klingen mag: Der Täter hat genauso ein Recht auf sein Bild. Wer eine Videokamera installiert, obliegt der Kennzeichnungspflicht. Von Kamera-Attrappen rät die Polizei ab. „Diese erkennen die Täter“, resümiert Schneeweiß.