Bären Jerry und Vinzenz sind wieder „bettflüchtig“. Wer Weihnachten einfach verschlafen hat, darf natürlich sein Geschenk auch im Jänner auspacken. Bär Jerry aus dem von VIER PFOTEN geführten BÄRENWALD Arbesbach ist gerade hungrig aus der Winterruhe aufgetaucht. Da kommt ihm das Packerl mit Leckereien gerade recht!

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 14. Januar 2019 (09:20)

„Nüsse, Obst, Brot und die heißgeliebte Gurke – mehr braucht Jerry nicht, um seinen Bauch zu füllen. Danach trottet er wieder satt und zufrieden in seine Höhle zurück, wo er einfach weiterschlummert“, erzählt Vier Pfoten-Tierpflegerin Gerlinde Mairhofer. Die Weihnachtspäckchen wurden von Bärenfreunden genau nach Wunschlisten für jeden der sieben bärigen Bewohner zusammengestellt und aus nah und fern geschickt. Die Leckerbissen werden nun, wie es den Bären halt gerade „in den Schlaf passt“, verfüttert.

Auch den schönen Vinzenz hat der Hunger vor kurzem nach draußen getrieben. „Er hat nach einem ausgiebigen Mahl noch ein bisschen in der Gegend herumgeschaut, als könne er die Helligkeit gar nicht fassen. Und auch er ist recht bald wieder in seine gemütliche Winterhöhle zurückgekehrt“, so Mairhofer.

Vinzenz und Jerry sind die „üblichen Verdächtigen“, die jedes Jahr bettflüchtig werden. Dieses Jahr ist auch noch Tom bei der Herrenrunde dabei. Von den übrigen Bewohnern des Bärenwald, den Bären Erich, Miri, Emma und Brumca, haben die Tierpfleger seit Beginn der Winterruhe kaum etwas gesehen.

Jerry und sein Bruder Tom, die bereits 30 Jahre auf dem Buckel haben, genießen übrigens heuer erstmals eine besonders gemütliche Schlafstätte. Ein Tierpfleger hatte ihnen im Herbst ein hölzernes Liegepodest gebaut, auf dem das Einstreu, anders als auf dem Betonboden, nicht so schnell plattgedrückt wird. Damit haben sie auch eine zusätzliche isolierende Schicht. Gerlinde Mairhofer: „Es bietet den beiden Oldies mehr Liegekomfort und eine gesündere, angenehmere Unterlage während der Winterruhe.“

Denn Tom und Jerry haben aufgrund ihres Alters und auch ihrer Vergangenheit als Zirkusbären stark beanspruchte Gelenke mit rheumatischen, arthritischen Veränderungen. „Alle unsere Bären kommen ja aus sehr problematischer Privathaltung“, sagt Mairhofer. Vinzenz wurde gemeinsam mit seiner Schwester Liese von einer Privatfirma in einer kleinen Betongrube auf der Gemeindealpe bei Mitterbach als Skilift-Attraktion für Touristen verwendet, bevor VIER PFOTEN die beiden übernahm.

Bärin Brumca war im Alter von nur wenigen Wochen an einen österreichischen Geschäftsmann verschenkt worden. Doch das Tier wurde bald größer – und ihrem Besitzer zu einer unbequemen Last. Er sperrte Brumca in einen 35 Quadratmeter großen Verschlag, in dem sie bis zu ihrer Rettung durch VIER PFOTEN jahrelang einsam und beschäftigungslos dahinvegetierte. Erich, seine Mutter Miri und seine Schwester Emma wiederum lebten jahrelang im Tierpark Enghagen in einem kleinen Betongehege. Nach der behördlichen Schließung des Parks 2012 war die Versorgung nicht mehr gesichert. VIER PFOTEN brachte sie 2015 in den BÄRENWALD Arbesbach.

Seit Beginn 2019 ist die private Haltung von Braunbären übrigens auf massives Drängen von VIER PFOTEN in ganz Österreich verboten. Bis dahin gab es zwar ein Verbot für die Haltung gefährlicher Wildtiere durch Private, Braunbären waren als einzige Bärenart allerdings ausgenommen.