Bezirk Gänserndorf ist Hochburg der Auspendler. 70,4 Prozent der Arbeitnehmer müssen den Bezirk zum Arbeiten verlassen. Grund: Es gibt nicht genug Jobs. „Hauptziel“ ist die Bundeshauptstadt Wien.

Von Manuel Mattes. Erstellt am 02. März 2020 (06:03)
Die Fahrt mit der Bahn gehört für viele arbeitende Menschen zum Alltag. 70,4 Prozent der Arbeitnehmer müssen den Bezirk zum Arbeiten verlassen.
NÖN-Archiv

Der tägliche Weg in die Arbeit ist oftmals von Staus und Zugausfällen geprägt – davon können viele Menschen aus dem Bezirk Gänserndorf ein Lied singen: Sie arbeiten nämlich nicht in ihrer Heimatgemeinde und müssen pendeln.

Eine aktuelle Analyse der Pendlerzahlen der Arbeiterkammer brachte zahlreiche interessante Erkenntnisse zutage: So müssen 26.317 der arbeitenden Menschen täglich den Bezirk verlassen, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen. Einpendler – also jene, die im Bezirk arbeiten, dort aber nicht wohnen – gibt es lediglich 7.217.

Der Pendlersaldo ist somit negativ und der höchste Wert eines Bezirks in ganz NÖ. Somit könnte der Bezirk Gänserndorf lediglich 48,9 Prozent der wohnhaft Beschäftigten (unselbstständig Beschäftigte, die im jeweiligen Bezirk wohnen) mit einem Arbeitsplatz versorgen.

Drei Viertel pendeln nach Wien

Zum Vergleich: Der NÖ-Durchschnitt liegt bei 89 Prozent. Welche Ziele fahren die Arbeitnehmer aus dem Bezirk Gänserndorf eigentlich am häufigsten an? 75,5 Prozent aller Auspendler haben ihren Job in Wien – dies ist angesichts der Wirtschaftstärke der Bundeshauptstadt und der geografischen Nähe wenig überraschend.

Mit großem Abstand folgen die Bezirke Mistelbach (7,2 Prozent), Korneuburg (4,1 Prozent) sowie Bruck/Leitha (3,92 Prozent) und Mödling (2,02 Prozent). Ganz wenige müssen auch sehr weite Anfahrtswege auf sich nehmen: So pendeln etwa 1,22 Prozent der unselbstständig Beschäftigten im Bezirk nach Oberösterreich und 0,3 Prozent in die Steiermark aus.

Woher stammen jene Menschen, die in den Bezirk kommen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten? Auch hier liegt Wien mit 45,5 Prozent unangefochten an der Spitze. 19,5 Prozent kommen aus dem benachbarten Ausland, 18,2 Prozent wohnen im Bezirk Mistelbach.