Bad Pirawarth

Erstellt am 12. August 2018, 04:11

von Edith Mauritsch

Buchpräsentation über die Geschichte der Gemeinde. Oliver Österreicher präsentierte sein neues Werk über die bewegte Geschichte der Gemeinde – zahlreiche Gäste folgten der Einladung in die Dependance.

Autor Oliver Österreicher (3.v.r.) mit seiner Gattin und „Ideenspenderin“ des Werkes Petra bei der Präsentation des Bandes „Das alte Bad Pirawarth und Kollnbrunn in früherer Zeit“.  |  Mauritsch

Etliche Jahrhunderte wechselvolle Geschichte, aufgearbeitet in einem „Bildband“ mit Texten im verdaulichen Umfang – Architekt und geschäftsführender VP-Gemeinderat Oliver Österreicher präsentierte im würdigen Rahmen der Dependance sein neuestes Werk „Das alte Bad Pirawarth und Kollnbrunn in früherer Zeit“.

Österreicher dankte den Sammlern Leopold Wanderer, Leo Strobl und Josef Augustin für deren Unterstützung beim Zusammentragen von Material. „Ein kurzer Anruf beim Leopold und ich hatte ein Auto voller Dinge“, stellte der „historieninfiszierte“ Buchautor fest.

Er selbst stellte Abschnitte aus Bad Pirawarth vor. Bekanntester Kurgast war mit Sicherheit im Jahr 1827 Erzherzogin Sophie, Schriftstücke einige Jahre später erwähnten Damen aus Mexico, Ungarn und der Walachei als Besucher. Überhaupt galt Bad Pirawarth damals als Frauenkurort. Schon um 1911 verbreiteten im Kurhof Kübelpflanzen mediterranes Flair. Zählte man damals rund 15.000 Gäste, wartet die topmoderne Klinik heute mit rund 110.000 Nächtigungen pro Jahr auf.

Ex-Bezirkshauptmann war unter den Gästen

Mistelbachs Ex-Bezirkshauptmann Gerhard Schütt wurde die Ehre zuteil, über den Ortsteil Kollnbrunn zu referieren, gespickt mit eigenen Erinnerungen: „Das Gasthaus Grün war unsere zeitweilige Heimstätte.“ Siedlungsgebiet war der Ort schon länger, Ausgrabungen förderten Kreisgrabenanlagen aus dem Neolithikum zu Tage. Die Brünner Straße war bis ins 20. Jahrhundert Mautstraße inklusive entsprechender Schranken. Das Mauthaus befand sich hinter der Greißlerei Nußbaum.

Bei der Recherche kamen spannende Hintergrundgeschichten zutage. So hat sich der Urgroßvater des jetzigen Vizebürgermeisters Josef Kaufmann beim Kasanwirt erfolgreich gegen Räuber gewehrt, als er die noch heute existierende Nepomukstatue holte. In seinen Grußworten wies VP-Bürgermeister Kurt Jantschitsch auf die Verdienste seines Vorgängers Gerhard Swoboda hin, der mit seiner Hartnäckigkeit, die Klinik in der Gemeinde zu situieren, an die ruhmreiche Vergangenheit von Bad Pirawarth als Kurort anknüpfte.

Für die Moderation zeichnete Robert Bauer verantwortlich. Übrigens: Wer bei der Veranstaltung kein Buch ergattern konnte – das Werk liegt im Gemeindeamt zum Erwerb auf.