Vater im Clinch mit Musikschule. Tochter kann an Online-Unterricht nicht teilnehmen, die Jahresgebühren der Schule in Matzen werden aber trotzdem in Rechnung gestellt.

Von Edith Mauritsch. Update am 23. Februar 2021 (09:09)
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Das Coronavirus kann einer Familie einen ordentlichen Strich durch die Rechnung machen – auch, wenn keiner daran erkrankt ist. Wenn der Präsenzunterricht in der Musikschule St. Barbara aufgrund von Verordnungen nicht möglich ist, zu Hause das entsprechende technische Equipment nicht zur Verfügung steht und dann auch noch finanzielle Probleme wegen Arbeitslosigkeit dazukommen, wird es schnell eng.

Julius Chitta hat seine liebe Not mit den Schulgebühren für seine Tochter. Seit 2012 besucht sie die Musikschule St. Barbara – mit großem Erfolg. Sie erreichte beim Wettbewerb „Prima la Musica“ sogar schon Platz eins in ihrer Altersgruppe. Der Unterricht sollte auch im Schuljahr 2019/2020 weitergehen. Doch dann kam der Lockdown und mit ihm auch die Unmöglichkeit eines Präsenzmusikunterrichtes.

„Ich habe mehrmals mitgeteilt, dass wir den angebotenen Online-Unterricht nicht konsumieren können.“ Vater Julius Chitta

Zwar wurde sogenanntes „Distance Learning“ seitens der Musikschule angeboten, dazu braucht es allerdings die notwendige Ausstattung wie PC und eine leistungsfähige Internetanbindung. Die ist aber im Hause Chitta nicht vorhanden und kann aufgrund des finanziellen Engpasses auch nicht so bald angeschafft werden. „Ich bin seit geraumer Zeit arbeitslos und krank. Mit einer Gehbehinderung im Ausmaß von 60 Prozent bin ich wie viele andere Künstler in der Corona-Zeit finanziell schwer angeschlagen. Ich habe der Musikschule bereits mehrere Male mitgeteilt, dass wir den Online-Ersatzunterricht nicht konsumieren können. Leider stießen meine Einwände auf taube Ohren. Es wird weiterhin auf die Bezahlung der Jahresgebühren bestanden“, klagt Chitta sein Leid. Die NÖN fragte bei der Musikschule nach. VP-Bürgermeister Stefan Flotz als Obmann des Verbandes antwortete: „Sowohl der Verbandsvorstand als auch die Verbandsversammlung des Gemeindeverbandes der Musikschule St. Barbara haben sich mit der Thematik eingehend befasst und festgestellt, dass das Schulgeld in der vorgeschriebenen Höhe zu bezahlen ist.“

„Auch Ratenzahlung war nicht möglich“

„Es wurde nicht einmal die Möglichkeit einer Ratenzahlung in Erwägung gezogen“, berichtet Chitta, der betont, selbstverständlich die konsumierten Unterrichtseinheiten bis zum Lockdown und etwaige entstandene monetäre Aufwendungen begleichen zu wollen. Eine korrigierte Vorschreibung dahingehend sei allerdings seitens der Musikschule abgelehnt worden.

Seitens der Musikschule wird in einem Schreiben an den Vater auf die Statuten verwiesen, die eine Abmeldung im laufenden Unterrichtsjahr nur bei schwerer Krankheit des Schülers oder einer Wohnsitzverlegung vorsehen.

Natürlich: Der Verband hat dafür Sorge zu tragen, dass ausständige Zahlungen auch tatsächlich eingehoben werden. Zurück bleibt ein offensichtlich begabtes Kind. Nun bleibt zu hoffen, dass die musikalische Ausbildung des Mädchens eine Fortsetzung findet.