Allerseelen: Die Kerzen werden trotz Corona brennen. Auch wenn heuer wegen der Pandemie vieles anders ist: Den traditionellen Friedhofsgang wird es mit Sicherheit geben.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:53)
Das Grab von Josef Rickl ist noch mit Kränzen geschmückt, das Begräbnis fand erst kürzlich statt. Seiner wird wie vieler anderer Verstorbenen zu Allerseelen gedacht.
Mauritsch

Die Gräber auf den Friedhöfen präsentieren sich schon im Herbstschmuck, Stiefmütterchen leuchten in der fahlen Oktobersonne. Das Herrichten des Grabes vor Allerheiligen/Allerseelen hat Tradition, gehört mit zum Totengedenken. Die Ruhestätten werden hauptsächlich von den Angehörigen gepflegt, Friedhofsgärtnereien kommen vor allem in den kleinen Gemeinden des Bezirks weniger zum Zug.

Kränze und Gestecke werden durchaus bestellt. Ivonne von der Blumenstube in Schönkirchen-Reyersdorf erklärt: „Wir bekommen unsere ersten Aufträge schon im Sommer. Das meiste wird im Geschäft abgeholt. Wir liefern auch speziell für Auftraggeber von auswärts oder ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind.“

Ähnliches berichtet Steinmetz und Bestatter Johann Teufel aus Groß-Enzersdorf: „Bis Allerheiligen soll alles fertig sein, Kunden bestellen neue Grabsteine schon im August.“ Auch wenn im Corona-Jahr manches anders ist: „Wir beziehen Stein aus der ganzen Welt, die Pandemie hat allerdings die Lieferketten schwierig gemacht.“

Teufel begrüßt die Lockerung der anfangs sehr restriktiven Teilnahmeregeln bei Begräbnissen: „Es war für Angehörige sehr schwer, sich nicht von den Toten verabschieden zu können, obwohl wir schon vorher Live-Streaming angeboten hatten. Das ist Teil der Trauerarbeit.“ Viel hat sich hier geändert. Das persönliche Kondolieren am Sarg oder beim Grab fällt weg, ebenso das Nachwerfen der Erde. Stattdessen verbeugen sich die Trauergäste. Weihwasserecken wurden verbannt. MNS-Maske ist Pflicht und wird von vielen auch im Freien getragen.

Kein gemeinsamer Friedhofsgang nach Messe

Für Bestatter Gerfried Redlich aus Matzen gehören die Tafeln mit den Abstandshinweisen mittlerweile ebenfalls dazu. „Die meisten Trauergäste sind sehr diszipliniert.“ Die Hausabholung des Verstorbenen ist schon in „Normalzeiten“ ein schwieriger Job, sehr viel Einfühlungsvermögen ist gefragt. Jetzt kommt die Infektionsgefahr dazu: „Wir müssen natürlich auf den Schutz unserer Mitarbeiter achten.“

Den traditionellen gemeinsamen Friedhofsgang nach der Messe wird es heuer nicht geben. Diesbezüglich hat die Erzdiözese bereits Weisungen herausgegeben. Die Angehörigen werden wohl dennoch Kerzen an den Gräbern entzünden.

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