Coronajahr: Wie lief’s in den Schulen?. Ein ungewöhnliches Lernjahr ist zu Ende. Die NÖN fragte Direktoren, Schüler und Eltern im Bezirk Gänserndorf, wie es ihnen ergangen ist.

Von Manuel Mattes und Robert Knotz. Erstellt am 08. Juli 2020 (04:30)
„Endlich Ferien!“ Auch dieSchüler aus Ebenthal freuen sich jetzt auf ihren wohlverdienten Urlaub.
Mauritsch

Sie wurden in den letzten Monaten durch das Coronavirus vor große Herausforderungen gestellt – die Rede ist von Schülern, Lehrern und Eltern, für die die Veränderungen im Alltag besonders drastisch ausfielen. Prüfungen wurden plötzlich ersatzlos gestrichen, E-Learning wurde zur Regel und Väter sowie Mütter fanden sich in der Rolle von Ersatzlehrern wieder.

Die NÖN hörte sich im Bezirk um und fragte, wie Betroffene die besondere Situation rückblickend gemeistert haben. Die Direktorin des Gänserndorfer Konrad Lorenz Gymnasiums, Eva Zillinger, zieht Bilanz: „Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die hauptsächlich daraus resultierten, dass zu viele unterschiedliche Kommunikationskanäle benutzt wurden, ist das E-Learning gut gelaufen. Wir konnten alle erreichen, viele Schüler haben auch regelmäßig ihre Arbeitsaufträge geschickt.“ Trotzdem hätten sich Jugendliche wie auch Lehrer auf das Wiedersehen und den Schulbetrieb vor Ort gefreut.

Was müsste noch geändert werden, um den Ablauf zu optimieren, wenn wieder Schulen geschlossen werden müssen? „Auf alle Fälle wäre eine bessere Ausstattung mit digitalen Geräten für Lehrer und Schüler wichtig. Außerdem sollten vermehrt Schulleiter zurate gezogen werden, wenn es um die Umsetzbarkeit verschiedener Verordnungen geht“, meint Zillinger. Und: „Klare Richtlinien ,von oben‘, wenn einheitliches Handeln notwendig ist, aber genügend Autonomie für die einzelne Schule, wenn es um die Umsetzung vor Ort geht.“

Die Schulleiterin der NMS Deutsch-Wagram, Daniela Dittrich, sieht die Krise gleichzeitig als Chance: „Wir sind in der Digitalisierung unseres Unterrichts einen großen Schritt vorangekommen und viele Schüler konnten bereits erworbene Kompetenzen üben und festigen sowie ihre Selbstständigkeit beweisen.“

Gleichzeitig habe sich allerdings gezeigt, dass sich der Präsenzunterricht mit den jungen Menschen auch durch beste digitale Technologien nicht ersetzen lasse. Wie ging es eigentlich Schülern und Eltern? „Ich kam gut zurecht, da ich einen eigenen Laptop habe und generell selbstständig arbeite“, so KLG-Schülerin Julia Schmid aus Tallesbrunn.

Manchmal habe allerdings die Internet-Geschwindigkeit nicht ausgereicht, um an Videokonferenzen teilnehmen zu können. Für ihre Mutter Claudia Schmid war die Zeit fordernd: „Meine jüngere Tochter brauchte meine volle Unterstützung. Die wäre allein untergegangen. Zum Glück bin ich selbstständig und konnte meine Arbeit auf den Nachmittag verlegen.“

Umfrage beendet

  • Schulstart im Herbst: Haltet ihr einen Normalbetrieb für realistisch?