Engpass: Erdäpfel-Krise regt auf. Kaum noch österreichische Kartoffeln finden sich in den Supermärkten. Landjugend lud zum Seminar.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 06. Mai 2019 (04:01)
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Wie den Herausforderungen beim Erdäpfel-Anbau begegnen, um auch in Zukunft den Markt mit hochwertiger heimischer Ware zu versorgen? Beim Agrarseminar der Landjugend gab es Informationen über Mittelzulassung, Wirksamkeit und Alternativmethoden.

Erdäpfel aus Österreich sind derzeit in aller Munde – sehr bald leider nur noch verbal. Die Bestände sind erschöpft. Bezirksbauernkammer-Obmann Manfred Zörnpfenning ist besorgt: „Das erste Mal kann der Markt nicht ganzjährig mit heimischen Erdäpfeln versorgt werden.“ Die Landjugend lud daher zum Agrarseminar und diskutierte, wie den Herausforderungen zu begegnen ist.

Trockenheit und Schädlinge ließen die Ernte 2018 gering ausfallen. Der Drahtwurm erlangte mittlerweile zweifelhafte Bekanntheit. Er befällt die Knolle wahrscheinlich wegen ihres Wassergehalts, weswegen der Befall in sehr trockenen Gebieten verstärkt auftrat. „Wirksame Mittel stehen nur noch eingeschränkt zur Verfügung“, informiert Vortragende Anita Kamptner.

Ernterückgänge sind vielerorts riesig

130.000 Tonnen der Knollen sind befallen und können nicht mehr als Speisekartoffeln vermarktet werden – eine ungeheure Menge, die nun am Markt fehlt. Generell wird seitens der Bauern beklagt, dass die Einschränkung wirksamer chemischer Mittel bis gegen null gehende Ernterückgänge zur Folge hat. „Es muss dann Ware aus dem Ausland importiert werden, teilweise aus Ländern, die nicht einmal einen Bruchteil unserer Vorschriften haben“, beklagt Zörnpfenning.

Wie sehen das Handelsketten? Der Konzern Rewe äußert sich gegenüber der NÖN: „Frische österreichische Ware wird voraussichtlich wieder Ende Mai bis Anfang Juni in den Regalen sein.“ Dazwischen sollen Bio-Ware aus Italien und konventionelle Produkte aus Frankreich importiert werden.

Spar bestätigt: „Es gibt derzeit keine inländischen Kartoffeln. Wir verkaufen bereits Frühkartoffeln aus Ägypten und haben zwar noch europäische Waren in den Märkten, aber weniger Sorten und Menge.“