EU-Wahl: Nur die Öko-Partei hielt nicht mit. ÖVP, SPÖ und FPÖ schnitten besser als im Österreich-Schnitt ab, die Grünen hingegen wesentlich schlechter. Trotzdem: Alle Gänserndorfer Bezirksparteichefs sind mit Votum zufrieden.

Von Thomas Schindler und Stefan Havranek. Erstellt am 26. Mai 2019 (23:50)
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Symbolbild

Aus dem Bezirk kämpften zwei Kandidaten um den (theoretischen) Einzug ins EU-Parlament: Carina Zörnpfenning (Biolandwirtin aus Aderklaa) für die ÖVP und Bettina Bergauer (Energietechnikerin aus Deutsch-Wagram) für die Grünen. SPÖ und FPÖ stellten keine eigenen Kandidaten aus dem Bezirk.

Zur Erklärung: Weder Bergauer (Nummer eins auf der NÖ-Liste der Grünen) noch Zörnpfenning (Nummer acht auf der NÖ-Liste der ÖVP) werden im EU-Parlament Platz nehmen, was für ihre Fraktionen aber von vornherein klar war.

Wie beurteilen eigentlich die einzelnen Parteien aus dem Bezirk das Wahlergebnis? Für VP-Bezirksparteichef René Lobner ist vor allem erfreulich, dass die Wahlbeteiligung im Vergleich zum Urnengang 2014 gestiegen ist: „Und dies trotz der innenpolitischen Turbulenzen in den vergangenen Tagen. Wir von der ÖVP haben auch ein schönes Ergebnis erzielt – was gerade für uns als Grenzregion wichtig ist, Stichwort EU-Förderungen.“ Die VP erreichte im Bezirk 37,6 Prozent der Stimmen und somit 2,7 Prozent mehr als im Österreich-Schnitt.

In zufriedene Gesichter blickte man am Sonntagabend auch in der Gänserndorfer SPÖ-Zentrale. „Wir sind stabil geblieben und haben, was uns am wichtigsten war, unseren niederösterreichischen Kandidaten Günther Sidl ins Europäische Parlament gebracht“, freut sich SP-Bezirksgeschäftsführer David Schramm. Die SP holte im Bezirk 25,4 Prozent der Stimmen und damit um 2 Prozent mehr als österreichweit.

FPÖ-Bezirksparteichef Dieter Dorner zeigt sich „angesichts der Vorfälle kurz vor der Wahl“ mit dem Ergebnis des Urnengangs „recht zufrieden“. Mit 22,1 Prozent der Stimmen, die die Freiheitlichen im Bezirk erringen konnten, lassen sie den blauen Österreich-Schnitt (17,2 Prozent) deutlich hinter sich.

Auch Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz zeigt sich ob des Wahlergebnisses nicht unzufrieden: „Wir haben uns gut geschlagen. Traurig ist nur, dass die FPÖ nicht mehr verloren und die ÖVP sogar zugelegt hat. Das haben beide eigentlich nicht verdient.“ Kainz hatte damit gerechnet, dass Blaue und Schwarze aufgrund der Ibiza-Affäre abgestraft werden und die SPÖ mit einem dicken Plus der lachende Dritte gewesen wäre. Die Grünen erreichten im Bezirk 7,4 Prozent der Stimmen und somit 6,6 Prozent weniger als im Österreich-Schnitt.

Übrigens: Im Bezirk kamen die NEOS auf 6, die KPÖ auf 0,5 und EUROPA auf 0,8 Prozent.