Geplante Produktionsbohrungen: Jetzt Kritik an Kritik. Grüne hatten das Projekt der OMV unter anderem aufgrund „fehlender Unterlagen“ bemängelt. Weikendorfs VP-Ortschef stellt sich hinter Unternehmen.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 09. April 2020 (04:42)

Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz sind die von der OMV – noch vor Ausbruch der Corona-Krise – angesuchten Produktionsbohrungen im Raum Gänserndorf und Prottes ein Dorn im Auge. „Auf engsten Raum sollen hier acht Bohrtürme errichtet werden. Ziemlich viel Aufwand dafür, dass nur Öl erwartet wird“, kritisierte Kainz (die NÖN berichtete ausführlich). Sie befürchtet einen Freibrief für Fracking und bemängelt fehlende Unterlagen.

Johann Zimmermann, langjähriger VP-Bürgermeister aus Weikendorf und Rechnungsprüfer beim Verband der Erdöl- und Erdgasgemeinden, findet nur klare Worte: „Noch immer sind hunderte Menschen aus der Region bei der OMV beschäftigt. Die Verbandsgemeinden profitieren durch Kommunalsteuer und Belastungsabgeltung mit rund drei Millionen Euro pro Jahr.“ Zusätzlich zeichne die OMV für große Investitionen in den Ausbau und die Erhaltung des Wegenetzes verantwortlich.

„Auch die Grünen fahren mit dem Auto“

Einen Seitenhieb konnte sich Zimmermann nicht verkneifen: „Auch die Grünen fahren Auto und viele heizen vermutlich mit Erdgas.“ Zimmermann hofft, dass die OMV noch viele Jahre als Partner mit Handschlagqualität in der Region verbleibt und setzt auf die Ergebnisse der seismischen Untersuchungen der letzten Jahre, die „hoffentlich noch weitere Bohrungen ermöglichen werden und damit die Gemeinden noch lange von der OMV als Arbeitgeber und Steuerzahlen profitieren können“.

Zimmermann weiter: „Die bergrechtlichen Genehmigungen für Bohrungen finden unter sehr strengen Umweltauflagen statt, Frau Kainz muss sich daher keine Sorgen um ihre Gesundheit oder die Umwelt machen.“ Abschließend betont der Ortschef, dass mit den Bohrungen vor Ort auch auf Regionalität anstatt Importe gesetzt wird.

Zur Erinnerung: Konzernsprecherin Elena Menasse von der OMV hatte damals betont, dass alle von den Grünen kritisierten Punkte Teil von Verhandlungen sein würden.