Gänserndorf

Erstellt am 09. Januar 2019, 04:48

von Nina Wieneritsch

Heizöl: Viele rüsten schon um. Seit 1. Jänner dürfen Neubauten nicht mehr mit Öl-Heizungen ausgestattet werden. Die NÖN zeigt die Situation im Bezirk auf.

Erneuerbare-Energien-Experte Lukas Pawek: „Beim Verzicht auf Heizöl lässt sich auch viel Geld sparen.“  |  privat

Niederösterreich ist das erste Bundesland, in dem es in Neubauten keine Öl-Heizungen mehr geben wird. Dennoch: Jeder sechste Haushalt heizt immer noch mit Öl. Um ihnen den Umstieg zu erleichtern, gibt es einen Bonus. Bis zu 5.000 Euro erhält, wer vom – so VP-Umweltlandesrat und Landesvize Stephan Pernkopf – „Klimakiller“ Öl auf ein alternatives Heizsystem umsteigt.

Insgesamt 12 Prozent der Haushalte im Bezirk Gänserndorf benutzen zum Heizen und für die Warmwasseraufbereitung Heizöl. Insgesamt gibt es hier somit um die 4.100 Anlagen. Auf diese bezieht sich das neue Verbot übrigens nicht – es gilt nur für den Einbau von Ölkesseln in Neubauten.

„Das Heizen mit Öl wird sich ohnehin über kurz oder lang verlieren.“ Kurt Bichinger, Brennstoff-Händler in Mannsdorf

Dennoch sind einige bereits jetzt auf erneuerbare Energien und alternative Heizformen umgestiegen. Spitzenreiter im Bezirk ist dabei Hohenruppersdorf: 76 % der Bürger heizen dort bereits klimafreundlich. Auf dem zweiten Platz liegt Velm-Götzendorf (60 Prozent), Rang 3 teilen sich ex aequo Eckartsau und Spannberg (jeweils 59 Prozent). Im Großteil der Gemeinden überwiegt allerdings nach wie vor der Anteil fossiler Brennstoffe, vor allem Öl und Gas.

Dass der Umstieg auf alternative Heizformen nicht nur gut gegen den Klimawandel ist, sondern auch hohe Kosteneinsparungen mit sich bringen kann, lässt sich etwa am Beispiel der Gemeinde Drösing aufzeigen. Lukas Pawek, Wahl-Drösinger und Mitarbeiter der Firma EWS DeCarb, errechnete dort jüngst den CO -Ausstoß. Er stellte fest, dass sich mit ein paar Veränderungen bereits große Verbesserungen ergeben würden: „Als konkrete Maßnahme haben wir empfohlen, die alte Öl-Heizung im Kindergarten gegen eine Pellets- oder Hackschnitzel-Heizung zu tauschen. Alternativ kann auch eine Möglichkeit gefunden werden, das Nahwärmenetz zu nützen.“

„Viele Kosten können eingespart werden“

Sobald die neue Heizung in Betrieb ist, würden die gesamten CO -Emissionen der gemeindeeigenen Gebäude um die Hälfte sinken. „Da Heizöl mittlerweile zu den teuersten Energieformen zählt, spart Drösing damit auch viel Geld“, erklärt Pawek. Daneben wolle die Gemeinde künftig noch weitere ähnliche Maßnahmen setzen (siehe Seite 28).

Trotz aller Vorteile für Umwelt und den Geldbeutel – Heizöl-Händler müssen sich künftig wohl neu orientieren. Kurt Bichinger betreibt in Mannsdorf seit Jahren einen Mineralöl- und Brennstoff-Handel. Vor allem ältere Bürger heizen nach wie vor mit Öl, erzählt er, Junge setzen aber schon seit Längerem eher auf Wärmepumpen, Holz oder überhaupt auf alternative Energieformen.

Obwohl das Verbot vorerst nur Neubauten betrifft, rechnet er über kurz oder lang mit Umsatzrückgängen. Aufgrund seiner vielen Stammkunden könne er sich aber als kleiner Betrieb gut über Wasser halten. „Ich könnte mir vorstellen, dass es größere Händler schwerer haben“, so Bichinger, der in seinem Betrieb auch Brennholz und Briketts verkauft. Er sei sich sicher, dass sich das Heizen mit Öl über kurz oder lang ohnehin verlieren wird.

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