Nächstenliebe zu Coronazeiten: Große Krise, großes Herz. Das Virus ist insbesondere für ältere Menschen gefährlich. Gemeinden, Vereine und Private übernehmen nun für Senioren die Lebensmitteleinkäufe.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 29. März 2020 (05:34)
Maria Lager mit dem kleinen Noah Parth beim Zusammenstellen der„Füreinander-Box“, um besonders hilfsbedürftige Menschen so gut wiemöglich zu unterstützen.
privat

In vielen Gemeinden bilden sich derzeit spontan Gruppen von Freiwilligen, die Hilfe zur Verfügung stellen. So bietet der Verein zur Erhaltung des Parkbads Schönkirchen-Reyersdorf unter Obmann Christian Huber ein Einkaufsservice für Personen über 60 Jahren an. „Wir bringen die Bestellungen täglich gegen 19 Uhr bis zur Haustüre – und das in allen drei Ortsteilen“, schildert Vereinsmitglied Thomas Engelmayer. In Kooperation mit der Arztpraxis werden auch Medikamente zugestellt.

Unterstützung für die ältere Generation gibt es auch direkt von vielen Gemeinden im Weinviertel. So erklärt etwa Spannbergs Bürgermeister Herbert Stipanitz in einer Aussendung: „Kleine Besorgungen und benötigte Medikamente werden über das Gemeindeamt koordiniert und vom Gemeindeteam zugestellt.“ Ein ähnliches Service bietet Groß-Schweinbarth, wo Lebensmittel telefonisch im örtlichen Kaufhaus bestellt werden können und von den Gemeindemitarbeitern ausgeliefert werden. Mancherorts hat sich die Gemeinde spontan mit Freiwilligen zusammengeschlossen, wie etwa in der Bezirkshauptstadt Gänserndorf.

An Mitmenschen, die es schon in gewöhnlichen Zeiten nicht leicht haben, denken Tanja und Harald Parth aus Klein-Harras. Gemeinsam mit Maria Lager verteilen sie Boxen mit den nötigsten Vorräten für sehr arme Familien und ältere Obdachlose in Wien und Niederösterreich. „Alles läuft unter
strengen Sicherheitsvorkehrungen ab. Die Übergabe erfolgt kontaktlos, was gut funktioniert, da wir die meisten lange kennen“, legt Parth strikt Wert auf die Einhaltung aller Verhaltensregeln.