Nordbahn-Ausbau: ÖBB drücken aufs Tempo. Das Behördenverfahren zur geplanten Hochgeschwindigkeits-Strecke geht weiter. Die Grünen wollen sich mit ihren Bedenken bei der nächsten Verhandlung einbringen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 13. Januar 2021 (04:13)
Gegen den geplanten Ausbau der Nordbahn haben die Grünen natürlich nichts. Aber: Sie fordern zusätzliche Begleitmaßnahmen. So solle der Lärmschutz entlang der Strecke noch einmal diskutiert werden. Die höhere Geschwindigkeit der Bahn dürfe nicht zulasten der Anrainer gehen.
Schindler

Das behördliche Genehmigungs-Verfahren zum Ausbau der Nordbahn zwischen Wien-Süßenbrunn und Angern (Südabschnitt) geht weiter – zumindest eingeschränkt. Die nächste öffentliche Verhandlung kann nämlich coronabedingt nur mittels Videokonferenz am 19. und 20. Jänner abgehalten werden. Wer daran teilnehmen möchte, muss sich bis 15. Jänner (12 Uhr) online beim Verkehrsministerium anmelden.

Zur Erinnerung: Die Umweltverträglichkeits-Erklärung (UVE) für den Südabschnitt wurde von den ÖBB-Planern bereits erstellt und im vergangenen Juli beim Ministerium eingereicht. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden in der Folge einer Umweltverträglichkeits-Prüfung (UVP) unterzogen. Gibt es für diese einen positiven Bescheid, wird das Projekt genehmigt. Im Gegensatz zum Südabschnitt befinden sich die Planungen beim Nordabschnitt noch in einer Vorprojektphase. Hier soll die UVE voraussichtlich im Herbst eingereicht werden.

Die Grünen-Politikerinnen Beate Kainz (l.) und Margot Linke mit einem Plakat, das Passanten auf die Anmeldung für die Behörden-Verhandlung (www.bmk.gv.at) aufmerksam machen soll.
Grüne

Die Grünen, die man kaum als Bahngegner bezeichnen kann, werden bei der Verhandlung ihre Einwände zum Südabschnitt kundtun. Bezirkssprecherin Beate Kainz: „Wir haben schon vorab unsere Bedenken zur geplanten Umleitung während der Sperre der L 3025 bei der Haltestelle Silberwald deponiert. Diese wird nämlich den Verkehr über Schönkirchen und dann über die Gänserndorfer Hauptstraße zur B8 führen.“

Aber nicht nur der Stau, mit dem Gänserndorf während der bis zu 14 Monate dauernden Baustelle rechnen muss, sollte dringend überdacht werden, so Kainz: „Auch der Ausbau der L 3025 in Silberwald ist viel zu groß geplant. Hier sollen zu den beiden Fahrbahnen, die unter der neuen Unterführung durchführen, und dem Geh-Radweg zusätzlich noch Nebenfahrbahnen errichtet werden.“

Unter dem Deckmantel des Ausbaus der Schiene werde in diesem Bereich der Durchzugsverkehr auf der Straße massiv gefördert, meint die Grüne.

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