Schweinbarther Kreuz: Zug auf dem Abstellgleis. Die Bahnstrecke zwischen Auersthal und Groß-Schweinbarth feiert 2019 ihr 110. Jubiläum. Dieses könnte aber gleichzeitig ihr Abschied sein. NÖN fragte nach.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 24. Februar 2018 (05:30)
Mauritsch
Auf dem Abstellgleis: Wie es mit dem Schweinbarther Kreuz nach 2019 weitergeht, ist unklar.

Seit mehr als 100 Jahren ist das nunmehrige Schweinbarther Kreuz als Bahnstrecke in Betrieb, wenn auch heute nur mehr ein Bruchteil des ursprünglichen Streckennetzes zur Verfügung steht. 2019 feiert das Teilstück Auersthal–Groß-Schweinbarth seinen 110. Geburtstag und wie die Dinge liegen, könnte es auch gleich ein Requiem werden.

Beim Symposium „Öffentlicher Verkehr NÖ – 2030“ bekannte sich das Land zum Erhalt. Die NÖN fragte bei der Abteilung Gesamtverkehrsangelegenheiten in St. Pölten nach, was das genau heißt: „Alles, was derzeit fährt, soll das auch in Zukunft tun. Vorschläge zur Attraktivierung der Strecke liegen vor, das Land Niederösterreich befindet sich in ständiger Verhandlung mit den ÖBB und dem Bund“, teilt Christoph Trauner mit.

„Das Schweinbarther Kreuz ist im Zielnetz-2025-Papier der ÖBB nicht mehr enthalten.“ Christoph Trauner, NÖ Abteilung für Gesamtverkehrsangelegenheiten 

Und weiter: „Das Schweinbarther Kreuz ist im Zielnetz-2025-Papier der ÖBB nicht mehr enthalten, auch der Bund sieht die Strecke negativ. Bis 2019 ist der Betrieb gesichert.“ Wie es danach weitergeht, steht aber in den Sternen und wird wohl eine Kostenfrage sein.

Was erwartet den Bahnkunden auf der Strecke? Der Bahnhof Groß-Schweinbarth, Drehpunkt für den Ast Richtung Gänserndorf und Obersdorf sowie den Anschluss nach Bad Pirawarth, bietet einen geheizten Warteraum und einen Fahrdienstleiter, der auch Fahrkarten verkauft. Ganz anders präsentiert sich das Bahnhofsgebäude der Bezirkshauptstadt. Im Warteraum ist es eiskalt, der eingeschaltete Kaffeeautomat hinter verschlossenen Glastüren unerreichbar und von einer personellen Besetzung des Schalters ganz zu schweigen. Fahrkarten müssen am Automaten in der zugigen Unterführung gelöst werden.

Problematik für Schüler sei bekannt

„Ein wesentlicher Punkt ist die Auslastung“, so Trauner im Gespräch. Darauf angesprochen, dass nach einer Fahrplanumstellung die Schüler der Sportmittelschule Matzen die Bahn nicht mehr nützen können, sagt Trauner: „Die Thematik ist bekannt. Wenn ein Paket geschnürt werden kann, müssen natürlich alle Perspektiven berücksichtigt werden und alle Beteiligten zusammenarbeiten.“

Die Züge Richtung Gänserndorf fahren stündlich, Richtung Obersdorf teilweise halbstündlich. Die Alternative Bus ist derzeit keine. Wie die ÖBB-Fahrplanauskunft zeigt, fahren die Busse nur „alle heiligen Zeiten“ und das auch nur an Schultagen. Sollte die Bahnlinie eingestellt werden, bleibt die Frage, wie öffentlicher Verkehr in der Region abgehandelt werden soll. Die Bürgermeister des Südlichen Weinviertel setzten sich bereits im Jahr 2016 mit einer Petition massiv für den Erhalt der Bahnlinie ein und verlangten deren Attraktivierung (die NÖN berichtete).