Verantwortung vor Gericht: Nach Trennung drehte Bursch durch

Erstellt am 14. August 2022 | 04:42
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Symbolbild
Foto: Shutterstok.com; Salivanchuk Semen
15-Jähriger aus dem südlichen Weinviertel verkraftete nicht, dass ihm Freundin Laufpass gab. Dann besorgte er sich kompromittierende Fotos der Jugendlichen.

Hormone bringen bei allen jungen Menschen in der Pubertät das Leben ganz schön durcheinander.

Bei manchen – wenigen – so turbulent, dass sie am Landesgericht Korneuburg landen und sich wegen Nötigung und Sachbeschädigung verantworten müssen. Dieser Konsequenz sah sich ein 15-Jähriger vor Richter Rainer Klebermaß gegenüber. Auslöser für kompromittierende Fotos, eine schikanöse Motorradfahrt und diffamierende Sprayereien war die unerhörte Zuneigung zu einer ebenfalls 15-jährigen Jugendlichen.

Er sei nur kurz mit ihr zusammen gewesen, sagte der junge Angeklagte, dann habe sie sich von ihm getrennt. Von einem Freund von ihm, der ebenfalls kurz mit der 15-Jährigen befreundet war, hatte er sich – ohne dessen Wissen – Fotos der jungen Frau besorgt, die sie nur leicht bekleidet zeigt.

Mit diesen Fotos soll er sie genötigt haben, weiter Kontakt zu ihm zu halten. Im April dürfte sich die Sache hormonell zugespitzt haben. Am 8. April dieses Jahres sprayte er in einer Unterführung der ÖBB im Südlichen Weinviertel derbe Begriffe, die die 15-Jährige betrafen. Am 24. April steuerte er sein Motorrad, ebenfalls im Südlichen Weinviertel, auf eine Schülergruppe zu, bei der auch die 15-Jährige stand. Kurz davor bremste er ab.

„Du wolltest sicher angeben“, vermutete der Richter. Das Nicken des Burschen ersetzte das Ja. „Aber so verhält man sich nicht“, schob Klebermaß nach, bot ihm aber wegen seiner Verantwortungsübernahme eine Diversion an: 50 Stunden gemeinnützige Leistungen. „Ich schick dich in deiner Freizeit arbeiten“, meinte Klebermaß und hoffte merklich auf einen pädagogischen Effekt.