Baum auf „Tschaike“! Bergung mit Hindernissen. Ein Baum war auf das Orther Ausflugsschiff gefallen. Beim Versuch der Bergung gerieten die Florianis selbst in "Seenot".

Von Ernst Spet. Erstellt am 06. August 2020 (19:20)

Am Donnerstagmorgen bot sich den Gästen von „Humers Uferhaus“ in Orth ein spektakulärer Anblick. Eine entwurzelte Pappel landete auf der „Tschaike“ und drückte Teile der Holzkonstruktion unter Wasser. Mit vereinten Kräften leitete eine 15-köpfige Abordnung der Feuerwehr mit Experten von viadonau an dem beschädigten Ausflugsschiff umgehend den Räumungseinsatz ein, der ebenfalls für eine gehörige Schrecksekunde sorgen sollte.

Den am Donauufer in Orth eintreffenden Kräften war der Ernst der Lage schnell klar. Die auf dem Ausflugsschiff zum Liegen gekommene Pappel war ein echter Baumriese – die freigesetzten Kräfte bei ihrem Umsturz, bei dem zum Glück keine Personen zu Schaden kamen, entsprechend groß.

Nachdem mit den viadonau-Experten die Situation vor Ort eingeschätzt und die nötigen Einsatzschritte abgestimmt waren, führten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren von Orth, Mannsdorf, Rutzendorf, Obersiebenbrunn und Marchegg unter Kommandant Alfred Horak geeignetes Spezialgerät heran. Mit Verstärkung von zwei Arbeitsbooten, zwei Rüstfahrzeugen, Unimog und Wechsellader (jeweils mit Kran) sollte sowohl land- als auch wasserseitig so rasch wie möglich eine sichere Lage hergestellt werden.

An der Slipanlage nahe des Schiffscafés Orth kam es dann zu einer Schrecksekunde mit glimpflichem Ausgang. Bei dem Versuch einen großen Teil der Baumkrone zu sichern, wurde ein Arbeitsboot wegen eines Motorausfalls gegen das Schiffscafé gedrückt. Die derzeit hohe Strömungsgeschwindigkeit der Donau brachte das Boot schnell zum Kentern und drückte es schließlich unter das Schiffscafé.

Sankt Florian hatte jedoch ein Auge auf seine Schutzbefohlenen – alle fünf Besatzungsmitglieder konnten sich retten. Für die besonders schwergewichtigen Bergungsarbeiten an derTschaike legt nun ein Spezialkran aus Mistelbach unterstützt von einem zusätzlichen Ausrüstungsfahrzeug Hand an.