Ort macht mit Bankerln mobil. Insgesamt sieben Mal haben die Bewohner Aussicht auf eine Mitfahrgelegenheit.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 19. Oktober 2019 (04:36)
Nach Rom, wo eine Teilnehmerin am Mobilitätstag anscheinend gerne hinwill, geht es mit dem Mitfahrbankerl wahrscheinlich nicht. Für Fahrten innerhalb des Gemeindegebietes oder sogar darüber hinaus soll das Projekt jedoch für mehr Mobilität sorgen.
Mauritsch

Sieben himmelblaue Bankerln stehen seit neuestem im Gemeindegebiet, gut platziert an verkehrsreichen Punkten. Doch die Sitzmöbel dienen keiner Pausengelegenheit beim Spaziergang, sondern sollen die Mobilität innerhalb der vier Katastralgemeinden erhöhen. Die Mitfahrbankerl sind die zeitgemäße Version des Autostoppens.

Die Mobilitätsbeauftragte Anna Lisy erklärt den Hintergrund: „Wir haben einen Arzt, Einkaufsmöglichkeiten, ein Gasthaus und wieder eine Postfiliale mit Dorfladen-Café, doch wie ohne Auto all diese Ziele erreichen? Das Mitfahrbankerl bietet nun neben Fahrrad oder Bus eine unkomplizierte Methode, um von A nach B zu kommen.“

Das Prinzip ist einfach: Man klappt die Tafel mit dem entsprechenden Ziel auf, setzt sich auf die Bank und wartet. „Viele Autofahrer sind gerne bereit, jemanden mitzunehmen“, baut Lisy und der Verein TUNS auf die Hilfsbereitschaft der motorisierten Verkehrsteilnehmer.

Damit alles reibungslos funktioniert, gibt es einige Regeln. So dürfen Kinder nur in Begleitung Erwachsener mitfahren. Bei Unfällen haftet die KFZ-Haftpflichtversicherung, unabhängig von der Verschuldensfrage und wenn der Autolenker nicht vertrauenswürdig erscheint, steigt man nicht ein.

Die Idee ist erfolgreich in anderen Gemeinden

Das Modell ist erprobt, so findet sich Ähnliches bereits in Neunkirchen, Horn oder auch Ternitz. „Nur bei jeder zehnten Fahrt sitzt ein Beifahrer im Auto. Mit diesem Mobilitätskonzept sind weniger Autos unterwegs, was gut für die Umwelt ist“, so Lisy.

Das Mitfahrbankerl wurde am Mobilitätstag vorgestellt. Das Rahmenprogramm umfasste Testfahrten mit dem E-Auto, einen Radgeschicklichkeitsparkour für Kinder und ein Gewinnspiel. Den Hauptpreis, einen Weinviertelrundflug mit dem Motorgleiter, heimste Rudolf Hemrich ein.

VP-Bürgermeisterin Angela Baumgartner ist von dem Projekt begeistert und sicher, dass das Angebot gut angenommen wird.