Groß-Enzersdorf: In der Krise rückt das Stadtl zusammen. Der erste bekannte Covid-19-Fall im Bezirk Gänserndorf kam aus Groß-Enzersdorf. Seit dieser Meldung hat sich das Leben dort merklich verändert, die Maßnahmen greifen aber.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 02. April 2020 (06:19)
Auch die Bäckerei Müller-Gartner liefert Kulinarisches. „Wir kochen täglich rund 20 Mittagsmenüs“, berichtet Othmar Müller.
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Dramatischer Auftakt der Coronakrise: Fall eins im Bezirk Gänserndorf war in Groß-Enzersdorf gemeldet worden, und dies gleich am ersten Tag des Shutdown. Doch bisher blieb es ruhig, kein weiterer Fall wurde mehr kundgetan.

Das Krisenmanagement funktioniert gut

Tatsächlich funktioniert das Krisenmanagement in der Stadt wie in den Katastralgemeinden gut. Beim Krisenstab rund um Gerhard Baumann, den Zivilschutzbeauftragten von Groß-Enzersdorf im Heimatmuseum, herrscht reges Treiben, aber kein unbewältigbarer Hochbetrieb. Es melden sich täglich neue Helfer, insgesamt sind es schon 80 – mehr, als sich Hilfesuchende melden.

Es wird für ältere Bürger einkaufen gefahren, zum Supermarkt, zur Apotheke. Die Angebote der Unternehmen sind ansehnlich: Neben dem Lieferservice von frischen Produkten aus der Region vom Ö-Greissler sorgen auch Wirte wie das Gasthaus Abraham aus Mühlleiten, die Pizzerias oder die Schnitzelwirtin in Oberhausen fürs leibliche Wohl.

Für Vierbeiner ist gesorgt. Tierärztin Trixi Grund hält ihre Praxis offen und ordiniert mit Sicherheitsabständen und strengen Hygienevorschriften – notfalls auch durchs geöffnete Fenster.
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Das Rote Kreuz vermeldet einen neuen Partner für das Projekt „Stadt des Füreinanders“: Susi Lehr und ihr Team vom „Hunde-Forum Groß-Enzersdorf“ stellen ab sofort ihre Kompetenz in Sachen Tierpflege bis Gassigehen in den Dienst der Service-Hotline der Stadt.

Das Rote Kreuz ist ebenso auf die neue Situation eingestimmt. Werner Hofinger, Organisa tionsleiter der Bezirksstelle Groß-Enzersdorf, berichtet, dass es zwar weniger „klassische Fälle“ wie Routinetransporte oder Einsätze für Verkehrsunfälle gebe, aber andererseits neue Aufgaben übernommen wurden.

Corona-Verdachtsfälle, die über 1450 gemeldet wurden, werden abgeklärt und einmal wöchentlich mit Abstrichen getestet. Auch das „Team Tafel“ hat nach einer Schrecksekunde nun wieder jeden Samstag ab 18 Uhr beim Roten Kreuz die Pforten für die sozial Schwächsten geöffnet.

Und die Ärzte? Die niedergelassenen Mediziner nutzen in der patientenschwachen Phase die Zeit, um ihre Internetpräsenz sowie ihre digitalen Funk tionsweisen aufzubauen. Die Verschreibung von Medikamenten könnte ja auch noch nach Corona via E-Mail an die Apotheken funktionieren, ebenso der eine oder andere Ratschlag.

Service-Hotline: 02249/2314 80

Die Service-Hotline ist ein Hilfsdienst, der von der Stadtgemeinde mit Zivilschutzbeauftragtem Baumann und Freiwilligen für die Großgemeinde ins Leben gerufen wurde. Wer Hilfe bei Einkäufen oder Erledigungen braucht oder Hilfe anbieten möchte, kann die Service-Hotline 02249/2314-80 wählen oder eine E-Mail mit dem Kennwort „CORONA-HILFE“ an buergerservice@gross-enzersdorf.gv.at schicken.