Deutsch-Wagram

Erstellt am 10. Januar 2019, 04:57

von NÖN Redaktion

Klimawandel: Wetter sorgte für Rekorde. Trockenheit und Hitze wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen.

Vor allem die Landwirte hatten mit der Hitzeperiode zu kämpfen.Shutterstock/Kent Weakley  |  Shutterstock.com/Kent Weakley

„Das Jahr 2018 wird jedenfalls in die Geschichte der meteorologischen Messungen eingehen. Noch nie – seit Beginn der Messungen vor 251 Jahren – ist es in Österreich so warm gewesen wie 2018“, berichtet Wolfgang Neudorfer von der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal in Deutsch-Wagram.

Damit bestätige auch das vergangene Jahr den auffälligen Trend der jüngsten Vergangenheit zu immer wärmeren Perioden. Ein neuer Rekord wurde auch bei der Zahl der Hitzetage (Tage mit mindestens 30°C) erreicht: Die Station Hohenau an der March vermeldete 52 Hitzetage. Die Höchstwerte lagen bisher bei 47 (in den Jahren 2012 und 2017) bei durchschnittlich nur 17 Hitzetagen pro Jahr.

"Hohe Temperaturen und Dürreperioden"

Neudorfer weiter: „Sehr markant war auch der Temperaturübergang vom Winter in den Frühling: Wurden gegen Ende März noch minus 9°C gemessen, so stieg die Temperatur in der ersten Aprilwoche bereits auf mehr als 20°C. Begleitet wurden die hohen Temperaturen in vielen Gebieten von Regendefiziten und Dürreperioden.“ In weiten Teilen des Landes, vor allem nördlich des Alpenhauptkammes, gab es 2018 um 20 bis 40 Prozent geringere Niederschläge als üblich.

Eine Ausnahme bildet hier der Osten Österreichs: Die meisten Stationen im Marchfeld zeigen Jahresniederschlagswerte von rund 600 mm, die über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Ohne Einsatz von Bewässerung wäre es bei zahlreichen Kulturen zu großen Produktionseinbußen oder gar Ausfällen in der Landwirtschaft gekommen. „Die Grundwasserbilanz des Marchfeldes blieb im Gegensatz zu 2017, in der eine starke Absenkung registriert worden ist, im Jahr 2018 weitgehend ausgeglichen“, so Neudorfer.

Und weiter: „Den sommerlichen Absenkungen infolge von Grundwasserentnahmen steht übers Jahr gesehen eine ebenso große Grundwasserneubildung aus Niederschlägen gegenüber.“ Im Vergleich der letzten 15 Jahre liegt aber nach wie vor ein sehr niedriges Grundwasserspiegelniveau vor.