Kritische Stimmen nach Rosenbergers Abgang. Nach Rosenbergers Abgang mehren sich kritische Stimmen gegen Kammer.

Von Nathalie Lackner. Erstellt am 22. Oktober 2020 (04:29)
Nach Hilde Toth (Bild) zweifelt auch Roswitha Meidl-Danek daran, dass Rosenberger freiwillig seine Arbeitsstelle wechselte.
Knotz

Nach dem Rücktritt von Deutsch-Wagrams Wirtschaftsbund-Ortsobfrau Hilde Toth mehren sich kritische Stimmen über die Versetzung von Thomas Rosenberger. Dieser war langjähriger Leiter der Gänserndorfer Wirtschaftskammer und wechselte mit 1. September als Referent in die Zentrale nach St. Pölten (die NÖN berichtete).

Eine der kritischen Stimmen kommt von Roswitha Meidl-Danek, Geschäftsführerin und Inhaberin des Quilt-Shops „Country Rose Quilts“ in Deutsch-Wagram. „Wieso wir über den Wechsel bei der Kammer nicht begeistert sind, liegt wohl auf der Hand. Rosenberger hatte für uns eine einzigartige Qualität, die wir gerade nicht mehr vorfinden. Bei komplexeren, nicht alltäglichen Themen hat er sich immer bemüht, Antworten zu finden“, erklärt Meidl-Danek.

Wie Toth bezweifelt auch die Quilt-Shop-Inhaberin, dass bei der Versetzung Rosenbergers alles mit rechten Dingen zuging. „Es begann damit, dass die Kammer ankündigte, dass ein bestimmtes Gesetz, das uns betrifft, mit 1. Jänner 2021 geändert wird“, erinnert sich Meidl-Danek. Sofort versuchte sie, Rosenberger in Gänserndorf zu erreichen – ohne Erfolg: „Anstatt mich zu ihm zu verbinden, wurde ich abgewimmelt und landete schlussendlich in der Wirtschaftskammer-Außenstelle in Berlin.“

Die Unternehmerin spricht von einem „sonderbaren Abgang Rosenbergers“. Dieser hätte sich „unter Garantie von uns verabschiedet, wäre alles normal abgelaufen“. Und weiter: „Irgendetwas stimmt bei der Gänserndorfer Wirtschaftskammer nicht.“ Dass Rosenbergers Wechsel freiwillig war, könne sie sich nicht vorstellen, meint Meidl-Danek.

Mit seiner Versetzung sei auf jeden Fall ein tiefes Loch entstanden: „Wir werden ab 2021 unsere Steuern anders abführen, unsere Webshops komplett umbauen und unsere Buchhaltung anpassen müssen. Rosenberger hätte recherchiert und sich mit einem schlüssigen Wissensstand gemeldet.“

Wie berichtet, spricht die Wirtschaftskammer selbst von einer gewöhnlichen Personalrochade innerhalb der Organisation. Rosenberger wiederum kann für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.