„Die Politik wach rütteln“

Erstellt am 27. August 2013 | 00:00
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B 8-Sperre / Mit seiner Protestaktion will der Künstler Leopold Böckl einen rascheren Baubeginn der Marchfeld-Schnellstraße erwirken. Weitere Aktionen sind nicht ausgeschlossen.
Von Robert Knotz

DEUTSCH-WAGRAM / Der Künstler und Pensionist Leopold Böckl will die Politik wach rütteln, um den Bau der Marchfeld-Schnellstraße S 8 so rasch wie möglich voranzutreiben. „Ich sehe nicht ein, dass ein baureifes Projekt, bei dem noch dazu die Finanzierung gesichert ist, so lange verschleppt wird“, meint der Aktivist.

Seine erste Maßnahme war die Sperre der Hauptstraße B 8 im Ortsgebiet von Deutsch-Wagram, die am Samstag kurz nach 14 Uhr über die Bühne ging. Geplant war die Sperre bis 18 Uhr, jedoch war die Straße bereits kurz nach 16 Uhr wieder befahrbar. Ein Verkehrsstau blieb aus, die Kfz-Lenker verhielten sich diszipliniert. „Wir wollten auch kein Chaos veranstalten“, meint Böckl zu seiner „Blockade sanft“.

Baubeginn bis Juli 2014 gefordert

Der Initiator wünscht sich einen Baubeginn bis spätestens 1. Juli 2014. „Durch den Bau wären viele Arbeitsplätze für Jahre gesichert. Für die Baubranche sieht es derzeit ohnehin nicht rosig aus“, bringt der Künstler seinen einzigen wirtschaftlichen Aspekt zur Sprache. Das Argument, dass es bereits um hohe Grundstücksablösen geht und man den Baubeginn somit beschleunigen will, lässt Böckl nicht gelten: „Über Ablösen wurde noch gar nicht verhandelt, dieser Vorwurf ist das Letzte. Ich habe keine finanziellen Interessen, ich bin Pensionist.“

Neben einigen Anrainern und VP-Bürgermeister Fritz Quirgst erhielt Böckl auch den Zuspruch der Nachbargemeinden. So waren etwa der Bezirksvorsitzende des „Teams Stronach“, Werner Jaindl aus Strasshof, der Markgrafneusiedler SP-Bürgermeister Erwin Hrabal, Raasdorfs VP-Bürgermeister Walter Krutis und die Parbasdorfer VP-Vizebürgermeisterin Susanne Hegyi vor Ort. „Jetzt ist es an der Zeit, dass 80 Prozent der Bürger sich rühren, nicht nur die Politik“, beurteilt der Raasdorfer Ortschef die Situation. „Zum Glück setzt jemand ein Zeichen,“ meint der Markgrafneusiedler Bürgermeister. Franz Masching, ein betroffener Anrainer, berichtet von seiner Wohnsituation: „Wir können keine Fenster mehr öffnen, die sind drei Meter von der Fahrbahn entfernt. Lärm und Staub sind unerträglich. Manchmal reicht der Stau am frühen Morgen bis zu unserem Haus, das sich schon fast am anderen Ortsende befindet.“

Die Sperre am Samstag war als einmalige Aktion von der Bezirkshauptmannschaft genehmigt. Böckl: „Heute, Dienstag, soll es eine Manöverkritik geben, danach entscheidet sich, ob es weitere Sperren geben wird und welche Maßnahmen demnächst gesetzt werden.“