Diebstähle sorgen für Wut

Erstellt am 20. August 2013 | 00:00
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Ernte im Marchfeld / Durch die Beregnungsanlagen kann Liefersicherheit für die Industrie gewährleistet werden – trotz extremer Trockenheit. Ein großes Problem sind Dieseldiebstähle.
Von Erich Wessely

DEUTSCH-WAGRAM, MARCHFELD /  Die Beregnungsanlagen laufen im Marchfeld auf Hochtouren. Feldgemüsekulturen, Zuckerrüben, Mais und Kartoffeln werden seit Wochen mit Pumpaggregaten versorgt.

„Es war heuer ein ganz extremes Wetterjahr“, so Wolfgang Neudorfer, Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal, im Rahmen einer Pressekonferenz in Deutsch-Wagram. Zu Beginn des Jahres enorme Niederschläge – am 1. April ist sogar noch Schnee gelegen – folgten im Mai massive Regenfälle wie fast nie zuvor und jetzt im Sommer eine extreme Trockenperiode mit Rekordtemperaturen.

Dramatische Situation bei der Landwirtschaft

„Normalerweise kommt es bei einer 27 Tage andauernden Trockenperiode wie im heurigen Juli und das bei Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad zu Totalausfällen bei zahlreichen landwirtschaftlichen Kulturen“, wies Manfred Zörnpfenning, Obmann der Bezirksbauernkammer Gänserndorf, auf die dramatische Situation der Landwirtschaft hin. Durch die künstliche Bewässerung können die Pflanzen im Marchfeld aber auch bei diesen extremen Verhältnissen ausreichend mit Wasser versorgt werden. Im Marchfeld können heute rund 95 Prozent der Betriebe ihre landwirtschaftlichen Flächen beregnen. „Damit haben wir im Marchfeld einen großen Bonus, wir können Liefersicherheit für die Industrie gewährleisten“, so Zörnpfenning.

In diesem Sommer sei doppelt so viel wie üblich beregnet worden, merkte Neudorfer außerdem an. Das bedeute freilich auch etwa doppelte Energiekosten für die Betriebe. Mit 200 bis 300 Euro pro Hektar müsse gerechnet werden. Auch deshalb würde sich der Obmann der Bezirksbauernkammer einen „Beregnungszuschlag“ für Vertragsbauern wünschen.

Dieseldiebstähle als großes Problem

Ein großes Problem seien zudem die immer häufigeren Dieseldiebstähle, so Zörnpfenning. „Wenn die Beregnungsmaschinen mit Heizöl betrieben werden dürften, würden die Dieseldiebstähle aufgrund der Färbung des Heizöls massiv zurückgehen“, plädierte Zörnpfenning für den Einsatz von Heizöl in der Landwirtschaft. Laut Polizei seien kürzlich erst drei Rumänen im Marchfeld erwischt worden. Der Rat der Polizei: Diebstähle zur Anzeige bringen und verdächtige Vorfälle sofort melden.

So gut die Trockenperioden im Marchfeld durch den Marchfeldkanal aufgefangen werden können, so schlecht sieht es im Norden des Bezirks aus: „Hier haben wir massive Probleme. Bei der Sojabohne sieht es ganz schlimm aus, beim Mais nicht viel besser“, so Zörnpfenning.