Mit Corona dem Job nachgehen? Gänserndorfer perplex. Gänserndorfer, der zwei Wochen in Quarantäne war, sollte laut Behörde wieder zur Arbeit gehen – obwohl er noch kein Corona-Testergebnis hat. Amt gesteht nun Fehler ein.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 31. März 2020 (15:06)
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Ein 47-jähriger Gänserndorfer (Name der Redaktion bekannt) ist mehr als sauer. Obwohl er noch immer nicht das Ergebnis seines Corona-Tests hat, soll er zur Arbeit gehen. Dies habe ihm die Gesundheitsbehörde empfohlen. In der Firma wiederum will man den potenziellen Infektionskandidaten nicht sehen.

Nach Ausflug wartet Trio noch immer auf Testergebnis

Die Vorgeschichte: Von 7. bis 11. März war der Gänserndorfer mit sechs Freunden zum Skifahren in der Flachau. Zwei Tage nach der Rückkehr bekamen die ersten von ihnen grippeähnliche Symptome.

„Nach einem Anruf bei der Corona-Hotline sagte man uns, wir können ruhig zur Arbeit gehen, weil wir in keinem Krisengebiet waren“, erinnert sich der 47-Jährige im NÖN-Gespräch. Zwei Tage später galt die Flachau plötzlich als Risikogegend: „Daraufhin schickte mich meine Firma in häusliche Quarantäne.“

Wenig später erhielt der Gänserndorfer auch einen Bescheid der Bezirkshauptmannschaft (BH). Er müsse zwei Wochen isoliert daheim bleiben – die sechs Freunde (alle aus den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach) ebenfalls. Bei allen wurden in der Folge auch Covid-19-Tests durchgeführt, vier wurden bisher positiv getestet.

Die zwei anderen Freunde und der 47-Jährige hingegen warten noch immer auf das Ergebnis – seit über einer Woche. Mittlerweile ist die Quarantänezeit des Gänserndorfers abgelaufen: „Ich fragte bei der BH nach, was ich jetzt tun soll. Dort sagte man mir, dass ich wieder zur Arbeit gehen könne, wenn ich mich gesund fühle. Und wenn ich kein Testergebnis bekomme, dürfte es negativ ausgefallen sein.“

Das ist für den Gänserndorfer völlig paradox: „Schließlich habe ich noch immer nicht das Testergebnis. Und meine Firma will auf keinen Fall, dass ich dort auftauche.“ Symptome habe er derzeit keine mehr, aber ob er mit Corona infiziert und ansteckend sei, wisse eigentlich niemand: „Ist dem so und ich gehe raus, wären die 14 Tage Quarantäne umsonst gewesen.“

Bezirkshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Merkatz: „Das war eine Falschinformation.“
NÖN

Was sagt die BH zu diesem Fall? Bezirkshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Merkatz: „Ich weiß nicht, wer von unserer Behörde diese Falschinformation gab, aber solange kein Testergebnis vorliegt, darf man natürlich nicht zur Arbeit gehen.“ Und weiter: „Leider haben wir keinen Einfluss darauf, wie lange es dauert, bis das Testergebnis da ist.“