Hofinger wirft Handtuch. Bürgerlisten-Ortschef kündigte bei Wahl des Vorstandes an, künftig nicht mehr als Obmann zur Verfügung zu stehen. Er wittert Widerstand aufgrund seines Bruchs mit der VP.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 12. Mai 2015 (11:20)
NOEN, Mauritsch
Der neue Vorstand des Gemeindeverbandes der NÖ Erdöl- und Erdgasgemeinden mit dem frisch gewählten Obmann VP-Bürgermeister Erich Hofer (Mitte) und der Geschäftsführerin der OMV Austria Exploration & Production, Kaat van Hecke, dem neuen Geschäftsführer des Verbandes, Markus Reitinger (rechts außen), und dem emeritierten Geschäftsführer, Hubert Sedlaczek (links außen)

Der Gemeindeverband der NÖ Erdöl- und Erdgasgemeinden blickt – bedingt durch die großen Investitionen der OMV in der Region – auf das einnahmenstärkste Jahr seit Bestehen zurück. Entsprechend erfreulich stellen sich die Auszahlungen an die Mitgliedsgemeinden dar. Dominiert wurde die Versammlung allerdings vom überraschenden und emotionalen Rücktritt des bisherigen Obmanns Peter Hofinger.

Hofinger kritisiert Vorgangsweise 

Hofinger, ansonsten stets korrekt gekleidet, erschien in Poloshirt und ohne Krawatte. Vorerst verlief alles ganz normal. Erst vor Punkt 6 der Tagesordnung, der turnusmäßigen Neuwahl des Verbandvorstandes, ließ Hofinger die Bombe platzen.

„In der letzten Vorstandssitzung gab es einen einstimmigen Beschluss für meine Kandidatur. Am Tag der Sitzung muss ich nach drei Tagen Abwesenheit erfahren, dass es einen Gegenwahlvorschlag gibt“, kritisierte Hofinger die Vorgangsweise des Vorstandes und VP-Bürgermeister Kurt Jantschitsch, der den Vorschlag eingebracht hatte, aber besagter Sitzung entschuldigt fernblieb.

Hofinger ortete die Hintergründe in seinem Bruch mit der Ortspartei vor der Gemeinderatswahl und seinem nachfolgenden Sieg mit der Bürgerliste (die NÖN berichtete).

„Man braucht rotes oder schwarzes Mascherl“ 

„Anscheinend muss man ein schwarzes oder ein rotes Mascherl tragen, um Obmann des Verbandes sein zu dürfen“, so Hofinger weiter, um dann fortzufahren: „Ich stehe für eine Kandidatur nicht mehr zur Verfügung und werde in den nächsten Tagen alle meine Funktionen – auch im Land – zurücklegen. Dass hier Gemeindevertreterverbände mitentscheiden, welche Partei den Obmann stellen darf, ist nicht nachvollziehbar.“ Sprach’s und verließ den Saal. Schweigen folgte.

Jantschitsch ließ den Vorwurf nicht auf sich sitzen und meldete sich zu Wort: „Es ist legitim, einen alternativen Wahlvorschlag einzubringen. Dies entspricht meinem Demokratieverständnis.“ Von der Einflussnahme politischer Parteien nimmt er dezidiert Abstand, ebenso vom Vorwurf des abgekarteten Spiels. „Ich hatte zeitgleich mit der Vorstandssitzung einen lange geplanten Termin der Leader-Region wahrzunehmen, deren Obmann ich bin“, so Jantschitsch.

Im Alternativwahlvorschlag gewählt

Gewählt wurde der neue Vorstand übrigens einstimmig, analog dem Alternativwahlvorschlag. Neuer Obmann ist VP-Bürgermeister Erich Hofer aus Auersthal, seine Stellvertreterin SP-Bürgermeisterin Claudia Weber aus Matzen. VP-Bürgermeisterin Christa Eichinger wurde als Kassierin im Vorstand angelobt: „Ich hoffe weiterhin auf gute Zusammenarbeit“, so die Ortschefin.

Interessanterweise wurde Hofinger im Alternativwahlvorschlag als Mitglied des Vorstandes nominiert und auch gewählt. Ob er die Bestellung annimmt, konnte in der Versammlung nicht geklärt werden, da er nicht mehr anwesend war. Die NÖN sprach mit Hofinger einen Tag später: „Das muss ich mir noch überlegen“, so der Ortschef von Schönkirchen-Reyersdorf.