Kaiserin und ihr Sohn bei Ausstellungen im Fokus. Schloss Hof und Niederweiden widmen sich in den jeweiligen Sonderausstellungen heuer ganz „Sisi und Rudolf“.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 04. Juni 2020 (03:21)
Sisis Porzellan aus Korfu ließ sich die SKB 600.000 Euro kosten. Ein Teil des Services ist in Niederweiden ausgestellt. Foto: Havranek
Havranek

„Endlich dürfen wir loslegen“, so die befreiten Worte von Klaus Panholzer, Geschäftsführer der „Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft“ (SKB) anlässlich der – natürlich coronabedingt – gut zwei Monate verspäteten offiziellen Eröffnung der beiden Sonderausstellungen „Sisi – Mensch und Majestät“ in Niederweiden sowie „Sisis Sohn Rudolf“ auf Schloss Hof.

Natürlich ist alles anders als die Jahre zuvor: Statt vieler Gäste aus Kultur und Politik führen die Kuratoren nur ein kleines Grüppchen durch diese so besonderen Ausstellungen, das begeisterte Lächeln und Strahlen in den Augen kann aber auch durch ein Gesichtsvisier nicht verdeckt werden.

Die Kuratoren der Sisi-Ausstellung, Olivia Lichtscheidl und Michael Wohlfahrt, haben sichtlich Freude, die mit viel Liebe zum Detail zusammengetragenen Exponate endlich präsentieren zu können, schließlich besteht die Schau fast ausschließlich aus Objekten aus der hauseigenen Sammlung. Durch gezielte Ankaufspolitik in den vergangenen 20 Jahren umfasst diese mittlerweile etwa 1.500 Objekte.

Etwa 400 davon – Schmuck, Kleidung, Schuhe, Gemälde oder Skulpturen, größtenteils aus dem persönlichen Besitz der Kaiserin – bringen den Gästen die faszinierende Persönlichkeit Elisabeths näher. Sie geben abseits gängiger Klischees und Mythen authentische Einblicke ins Leben einer außergewöhnlichen Person.

Und wie die Kaiserin selbst es sehr oft tat, wird auch die Ausstellung international auf Reisen gehen: „Die Wanderausstellung bietet eine wunderbare Gelegenheit, Gästen auf anderen Kontinenten den Reichtum und die Besonderheit der Sammlung zu zeigen“, freut sich auch Elfriede Iby, wissenschaftliche Leiterin der SKB.

In Schloss Hof wiederum erwartet die Besucher ein zweiter Ausstellungsteil mit dem Titel „Sisis Sohn Rudolf“, dessen Schwerpunkt auf dem Kronprinzen Rudolf, seiner Jagdleidenschaft, seinem ausgeprägten naturwissenschaftlichem Interesse bis hin zu seinem Verhältnis zu Frauen und seiner Leidenschaft am Reisen liegt.

Die zuständigen Kuratoren, Katrin Harter und Martin Mutschlechner, spannen dabei auch immer wieder den Bogen zu Kaiserin Elisabeth und den Gemeinsamkeiten aber auch unterschiedlichen Aspekten beider Persönlichkeiten.

Gemeinsam ist den Ausstellungen auch, dass der Tod der Protagonisten nur eine Nebenrolle spielt: „Rudolfs Leben weist so viele bis heute völlig unterschiedliche Facetten auf, die wir mit dieser Ausstellung dem Publikum näherbringen möchten“, so Harter und Mutschlechner.