Grüne fordern Erdkabel für Untersiebenbrunn. Öko-Partei fürchtet um Natura-2000-Vogelschutzgebiet. Netz NÖ GmbH beruhigt: Derzeit prüft die NÖ Landesregierung, ob es „erhebliche Auswirkungen“ gäbe.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 22. Februar 2020 (05:32)
Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz: „Wir erwarten ein ordentliches Verfahren für jeden Leitungsmeter.“
Schindler

Die von der Netz NÖ GmbH geplante acht Kilometer lange 110-kV-Starkstromleitung durch ein Natura-2000-Vogelschutzgebiet (die NÖN berichtete) beschäftigt die Grünen nach wie vor. Sie fordern, dass die Leitung zwischen den Umspannwerken in Untersiebenbrunn und Oberweiden unter der Erde verlegt wird.

Inzwischen wurden die Grundstückeigentümer zu einer Info-Veranstaltung geladen. Auf der Tagesordnung stehen bereits die Abschlagszahlungen für die betroffenen Grundstücke. Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz: „Zuerst müsste untersucht werden, welche Auswirkungen eine Starkstromleitung auf das geschützte Gebiet hat. Und es sollte nach Alternativen gesucht werden, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.“

Die Zeiten hätten sich geändert, betont Kainz: „Naturschutz ist nicht länger nur ein Wort, das ignoriert werden kann. Wir erwarten ein ordentliches Verfahren für jeden Leitungsmeter, der durch das Vogelschutzgebiet verlegt werden soll.“

Denn das öffentliche Interesse, das in diesen Fällen regelmäßig gegen die Interessen der Einzelpersonen ausgespielt werde, könne nur im schonenden Umgang mit der Natur liegen, so Kainz: „Erdkabel haben die geringsten Auswirkungen auf Mensch und Tier und garantieren Versorgungssicherheit – auch in unserer stürmischen Gegend.“

Was sagt die Netz NÖ GmbH, sie gehört zur EVN-Gruppe, zur Kritik der Öko-Partei? Sprecher Stefan Zach: „Viele der Forderungen, die von den Grünen erhoben wurden, wurden bereits erfüllt.“ Derzeit prüfe die NÖ Landesregierung, ob die geplante Trasse „erhebliche Auswirkungen“ auf das Natura-2000-Gebiet habe. Danach starten erst die intensiven und strengen Prüfungsverfahren.

Warum ist eine Freileitung und kein Erdkabel geplant? Zach: „Im Falle einer Beschädigung benötigt man bei einem Erdkabel bedeutend länger für Reparaturen. Ein Erdkabel ist naturschutzrechtlich nicht besser als eine Freileitung.“ Außerdem würde ein Erdkabel ein Vielfaches einer Freileitung kosten: „Wir müssen auch im Sinne unserer Kunden wirtschaftlich handeln.“