Fast alle Städte wurden größer

Erstellt am 25. Februar 2014 | 23:59
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Web-Artikel 48329
Foto: NOEN, Schindler
BEZIRK GÄNSERNDORF | Im Vergleich zum Vorjahr verlor Großhofen prozentuell die meisten Einwohner. Glinzendorf wuchs am stärksten.
Verglichen wurden die Einwohnerzahlen vom 1. Jänner 2013 mit jenen vom 1. Jänner dieses Jahres. Der gesamte Bezirk Gänserndorf hat nun nicht mehr 96.533 Bewohner, sondern 97.455. Das ergibt ein Plus von 0,96 Prozent.
Interessant ist der Vergleich mit den anderen Bezirken im Weinviertel: Mistelbach wuchs um 0,26 Prozent und hat nun 74.150 Einwohner. Korneuburg kommt jetzt auf 76.370 Bewohner, was ein Plus von 0,89 Prozent bedeutet. Hollabrunn hingegen verlor 0,26 Prozent seiner Einwohner und hat nun nur noch 50.046.

Bis auf Zistersdorf  legten alle Städte zu

Das heißt: Sowohl in absoluten Zahlen als auch beim prozentuellen Anstieg der Bevölkerungszahl nimmt der Bezirk Gänserndorf unbestritten den ersten Platz im Weinviertel ein. Wie sieht es jetzt mit den einzelnen Gemeinden aus? Die Städte haben fast alle zugelegt. In Gänserndorf leben mittlerweile 10.743 Menschen (plus 1,96 Prozent), in Groß-Enzersdorf 10.026 (plus 1,65), in Deutsch-Wagram 8.081 (plus 0,56) und in Marchegg 2.900 (plus 0,17 Prozent). Lediglich Zistersdorf schrumpfte einwohnermäßig, nämlich um 0,35 Prozent, und hält nun bei 5.351 Bewohnern.

Die mit Abstand größte Marktgemeinde im Bezirk, Strasshof, verfügt jetzt über 8.950 Einwohner (plus 2,53 Prozent). Das höchste Minus bei der Einwohnerentwicklung weist die kleinste Gemeinde des Bezirks, Großhofen, auf: Sie verlor 9,47 Prozent ihrer Bewohner und hat nun 86. Über das höchste Plus (6,56 Prozent) kann sich wiederum die kleine Gemeinde Glinzendorf freuen. Hier leben jetzt 276 Menschen.

Plus von 4,58 Prozent in Untersiebenbrunn

Zu den großen Gewinnergemeinden zählt auch Untersiebenbrunn: Ein Plus von 4,58 Prozent gegenüber dem Vorjahr ergibt nun 1.506 Einwohner. Das kleine Andlersdorf hingegen gehört mit einem Minus von 3,76 Prozent zu den Verlierern. Wobei man die Zahlen bei den „Mini-Kommunen“ nicht so streng sehen darf. Andlersdorf hat lediglich 5 Bewohner verloren und steht jetzt bei 128 Einwohnern.

Zurück zu den größeren Gemeinden: Angern konnte um 1,58 Prozent zulegen, hier wohnen mittlerweile 3.350 Menschen. In Matzen-Raggendorf gibt es nun 2.724 Bewohner (plus 0,59 Prozent), in Hohenau 2.708 (plus 2,07 Prozent), in Leopoldsdorf 2.609 (plus 0,66 Prozent) und in Lassee 2.599 (plus 1,13 Prozent). Fast unverändert, was die Einwohnerzahl betrifft, blieben Mannsdorf, Parbasdorf und Ringelsdorf-Niederabsdorf, die jeweils nur einen Mitbürger verloren.

Das Stadtl profitiert von der Wien-Nähe

Zusammenfassend kann man also sagen: Bis auf ein paar Ausnahmen sind die größeren Kommunen im Bezirk Zuzugsgemeinden, die kleineren wiederum eher Abwanderungsgemeinden. Zistersdorf dürfte aufgrund seiner schlechten öffentlichen Verkehrsanbindung (kein Bahnhof) in Verbindung mit der doch hohen Entfernung zu Wien zu den Verlierern zählen. Groß-Enzersdorf als Gewinner liegt zwar auch nicht an der Bahn, hier gibt es aber den 26A-Bus, der sehr oft am Tag von und nach Wien verkehrt – und außerdem liegt das Stadtl fast in Gehnähe zur Bundeshauptstadt.

Sorgen müssen sich vor allem die kleinen Abwanderungsgemeinden machen: Je weniger Bürger sie haben, desto weniger Bundesertragsanteile und kommunale Abgaben bekommen sie. Geld, das sie für den laufenden Betrieb benötigen...