7 Monate warten auf Spital. Patient bekam bisher keinen Termin im Landesklinikum Mistelbach. Die FPÖ schlägt jetzt Alarm.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 13. November 2019 (05:03)
Karl S. (l.) mit den FPÖ-Politikern Ina Aigner und Dieter Dorner: „Wir haben ein schwer krankes Gesundheitssystem.“
FPÖ

Ein Patient aus dem Bezirk Gänserndorf wartet seit mittlerweile sieben Monaten auf eine Behandlung im Landesklinikum Mistelbach, die ihn von seinem körperlichen Leid befreien könnte. Die FPÖ spricht von einem „Totalversagen der niederösterreichischen Gesundheitspolitik“.

Karl S. ist mehr als verzweifelt. Der Jedenspeigener leidet an einem sogenannten imperativen Harndrang. Darunter versteht man einen Harndrang, der nicht unterdrückt bzw. kontrolliert werden kann. Er führt somit zu einer Inkontinenz. Am 4. April bekam Karl S. eine Überweisung für eine stationäre Krankenhausaufnahme.

Seither wartet der Patient auf einen Termin auf der Urologischen Station in Mistelbach. Diesen Donnerstag soll es endlich so weit sein. „Das besonders Absurde daran ist, dass es sich um einen lediglich zehnminütigen Eingriff handelt“, ärgern sich auch FPÖ-Gesundheitssprecherin Ina Aigner und FP-Landtagsabgeordneter Dieter Dorner aus Untersiebenbrunn.

"Dann müssten die Patienten nicht derart unwürdigen Wartezeiten ausgesetzt werden"

„Diese Zustände sind unmenschlich und letztklassig“, so die beiden Politiker. Sie fordern sofortige Maßnahmen gegen den Personalmangel und die Unterbesetzung in den NÖ Kliniken. Dorner sieht sich in seiner Forderung nach einem vollwertigen Landeskrankenhaus in Gänserndorf einmal mehr bestätigt: „Dann müssten die Patienten nicht derart unwürdigen Wartezeiten ausgesetzt werden.“

Im Landesklinikum sieht man den Fall ganz anders: „Es handelt sich nicht um einen operativen Eingriff, sondern um eine aufwendige urologische Untersuchung. Diese ist eigentlich nicht Teil des Versorgungsauftrags eines Krankenhauses, sondern Aufgabe von niedergelassenen Fachärzten.“

Spezialabteilungen wie jene im Landesklinikum Mistelbach können diese Untersuchung auch bei chronisch Kranken durchführen. Im Vordergrund stehe aber natürlich die Behandlung akuter Fälle. „Dort, wo es uns möglich ist, übernehmen wir zusätzlich auch die Versorgung von chronischen Patienten, wie in diesem Fall.“